Hamburger Schachklub von 1830 e.V.

Königlich in Fantasie und Logik

Im HSK-Schachzentrum wird wieder Schach gespielt.

Unsere geschlossenen Trainingsgruppen treffen sich zu den vereinbarten Zeiten. Anfragen bitte über schachklub@hsk1830.de.

Einen offenen Spielbetrieb auch für Gäste gibt es jeden Freitag von 18:30 – 22:00 Uhr. Teilnahme nach dem 3 G Modell (genesen, geimpft, getestet). Anfragen über schachklub@hsk1830.de.

Einen Spielbetrieb nach dem 2 G Modell (Zutritt im ganzen Haus nur, wenn genesen oder geimpft) gibt es jeden Montag, ab dem 20.9.2021. Unsere Senioren beginnen am 18. Oktober wieder mit den regelmäßigen Treffen. 

Unsere Online Aktivitäten laufen weiter.

Offener Spiel- und Trainingsabend auch für Gäste

Der HSK lädt freitags im Juli auch Gäste ein. Am zweiten Tag gab’s eine Premiere: Ein Gast besuchte uns nicht nur, sondern schickte uns auch einen Bericht von diesem offenen Spiel- und Trainingsabend. Vielen Dank, Andreas Wittek!

Am Freitag, dem 9. Juli 2021, hatten Eva Maria und Christian Zickelbein einige Mitglieder und Interessenten eingeladen, die schon seit langem auf Spiel und Training im Schachklub warteten. Etwa zwanzig Gäste und Mitglieder kamen. Geöffnet wurde um 18.00 Uhr. Aufgrund der noch bestehenden Hygienevorschriften war entweder der Nachweis über eine doppelte Impfung oder eine Bescheinigung über einen negativen Schnelltest direkt am Hauseingang vorzuzeigen. Anschließend hatte sich jede Person in einer bereitgestellten Liste namentlich einzutragen.

Wichtig erscheint mir in diesem Zusammenhang auf den Sachverhalt hinzuweisen, dass sich unmittelbar neben dem Schachklub an der Schellingstraße 41, nämlich in der Fichtestraße 38, das Testzentrum SC Eilbek befindet. Wer also beabsichtigt, den Schachklub zu betreten und seine Testbescheinigung zu Hause vergessen hat oder noch einen Test machen möchte, kann dies dort bis 19.00 Uhr noch tun.

Geboten wurde an diesem Freitagabend etwa zwanzig Gästen und Mitgliedern ein abwechslungsreiches Programm: Freie Partien sowie ein wenig Training für Anfänger. Auf der anderen Seite kamen die Fortgeschrittenen an diesem Tag besonders auf ihre Kosten, denn der Internationale Meister Merijn van Delft aus den Niederlanden, der mit HSK II in der 2. Bundesliga spielt, war auch dabei. Er zeigte eine Partie aus seinem 2020 erschienenen Schachbuch in englischer Sprache mit dem Titel „Mastering Positional Sacrifices“, und zwar „Game 17, David Bronstein – Ernst Rojahn, Moscow 1956 (5)“. Etwa eine Stunde lang erörterte ein interessiertes Publikum einige Varianten und entwickelte so miteinander den Verlauf der Partie. Auf die Frage, warum er gerade diese Partie präsentiert hatte, antwortete Merijn von Delft: „Weil er (Bronstein) ein riskantes Opfer gespielt hat und die Bauernstruktur so geil war!“ Wer den Kommentar von IM van Delft in Ruhe nachlesen möchte, kann dies auf Seite 51/52 seines Buches tun.

IM Merijn van Delft beim Simultan | Foto: Eva Maria Zickelbein

Aber das war noch nicht alles: Nach einer kleinen Pause bot IM van Delft um 20.30 Uhr eine Simultanveranstaltung an. Im großen Turniersaal auf der ersten Etage waren links neun Tische, mit neun Schachbrettern wie auch Schachfiguren, U-förmig angeordnet. Dort nahmen sieben männliche Herausforderer und zwei weibliche Herausforderinnen Platz. Die einzelnen Schachbretter mit den Schachfiguren waren auf den jeweiligen Tischen so positioniert, dass IM van Delft, wenn er von Tisch zu Tisch ging, abwechselnd schwarze Figuren und weiße Figuren spielte.

Es herrschte fast absolute Stille. Eine äußerst konzentrierte Atmosphäre lag in der Luft. Zu Anfang der Simultanveranstaltung wurden die Züge sowohl von IM van Delft als auch von den neun Teilnehmern relativ schnell ausgeführt. Das änderte sich jedoch im weiteren Spielverlauf. An dem einen oder anderen Brett verweilte der Meister jetzt schon mal einige Augenblicke länger. Allerdings bewegte er sich immer noch recht zügig von Tisch zu Tisch, also von Schachbrett zu Schachbrett. Gegen Ende der Simultanveranstaltung nahmen sich immer mehr von den verbliebenen Teilnehmern eine längere Bedenkzeit für ihren nächsten Zug, indem sie beispielsweise eine Runde aussetzten, während Merijn van Delft dann zum nächsten Tisch ging. Das Ergebnis lautete für den Meister an diesem Abend folgendermaßen: fünf gewonnene Partien, zwei Partien remisiert, zwei Partien verloren. Bemerkenswert empfand ich hierbei die Leistung eines elfjährigen Jungen, der ein Remis erkämpfte: Justus Wokel!

Die restliche Zeit dieses Abends verbrachten fast alle in den Räumen des Erdgeschosses mit weiterem Schachspielen, unterhielten sich miteinander angeregt, schauten aufmerksam in das mitgebrachte Buch von IM van Delft hinein. Auch Merijn van Delft stand nach der Simultanveranstaltung für weitere interessierte Schachspieler zur Verfügung im Gespräch oder in Blitzpartien. Gegen 22.30 Uhr verließen wir alle das Klubhaus.

Als Neuer, ja als schachlicher Anfänger habe ich an diesem Tag einige sehr nette Menschen kennengelernt. Ich kann mir daher gut vorstellen, mir in der nahen Zukunft meine schachlichen Grundlagen im Hamburger Schachklub von 1830 e. V. unter fachkundiger Anleitung Schritt für Schritt zu erarbeiten und systematisch zu entwickeln…

Andreas Wittek

Literaturhinweis: Merijn van Delft „Mastering Positional Sacrifices – A Practical Guide to a Vital Skill in Chess“, New in Chess, 2020, paperback, Englisch, ISBN: 978-90-5691-883-5, 315 Seiten.

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