Hamburger Schachklub von 1830 e.V.

Königlich in Fantasie und Logik

❄️❄️❄️Wir hoffen, dass der Spielbetrieb ab 12. Januar 2026 wieder normal laufen kann!  ❄️❄️❄️

Offener Spielbetrieb, auch für Gäste: Jeweils Dienstag & Freitag von 19:00 – 22:00 Uhr bieten wir einen offenen Spielabend an! Wir freuen uns über alle Interessierten, die uns kennenlernen möchten. Wir bitten um Anmeldung über schachklub@hsk1830.de.

 

HMM 2026, Bezirksliga A: Fast voll auf die Zwölf – HSK 12 punktet zum Start!

Nach einer schwierigen Vorsaison als damalige HSK 11, in der wir trotz zahlreicher extrem knapper 3,5:4,5-Niederlagen punktlos blieben, starten wir in dieser Spielzeit neu formiert als HSK 12 in der Bezirksliga A:

Der Kern der Mannschaft ist jung und entwicklungsfähig, ergänzt durch Erfahrung und Stabilität. Passend zur neuen Mannschaftsnummer ist das interne Ziel schnell formuliert: nicht mehr nur knapp verlieren – sondern selbst öfter mal voll auf die 12 geben!

Zum Auftakt ging es direkt klubintern gegen HSK 13, die als Mannschaft auf Platz 4 der Setzliste geführt werden. Ein echter Gradmesser also – sportlich wie mental.

Bevor es an die Bretter ging, lohnt sich ein kurzer Blick auf die Mannschaft, die in dieser Saison genau das vorhat.

Mannschaftsporträt: HSK 12

Rainer Grünberg (FM)
Unser stärkster Spieler – und im Verein eine echte Legende. FIDE-Meister,  jahrzehntelang Sportredakteur beim Abendblatt. Nach langer Pause wieder zurück am Schachbrett: Seine Präsenz ist sportlich wie menschlich ein Gewinn für die Mannschaft! Er war dabei, als der HSK den Weltmeister Garri Kasparow schlug.

Dominik Müller-Peters (Playing MF)
Zur neuen Saison von Diogenes zum HSK gewechselt – mit dem klaren Wunsch, gemeinsam mit seinem Sohn Leopold in einer Mannschaft zu spielen. Spielender Mannschaftsführer, ruhiger Stratege und wichtiger Anker.

Aras Kutlar
Das große U12-Toptalent der Mannschaft – und des Vereins. Landes- und Nachwuchskader des DSB, bundesweit in seinem Jahrgang ganz vorne dabei. Brett 3 ist hier kein Limit, sondern ein Statement.

Eva Maria Zickelbein (WFM 😉)
Im HSK allgegenwärtig – auf und neben dem Brett. Seit Jahrzehnten eine feste Größe im Verein. Erfahrung, Vereinsidentität und Verlässlichkeit in Person.

Jonathan Busch
Mitglied unserer Chessence Young Talents und ebenfalls seit diesem Jahr U12. In der Vorsaison in 9 Partien ungeschlagen mit über 1900 Performance in der HMM und Qualifikation zur Jugend-Europameisterschaft – eine außergewöhnliche Entwicklung, die man in seinem Blog nachlesen kann.

Alexander Winklmann
Nicht nur mathematisch hochbegabt, sondern auch positionell stark und konstant. Ein herausragendes Klubturnier mit 7 aus 8 unterstreicht Alexanders großes Potenzial.

Leopold Peters
Eines unserer U12-Talente und ebenfalls Teil der Chessence Young Talents. Ehrgeizig, lernwillig und mit viel Entwicklungsspielraum.

Martin Sokol, Tobias Stolzenburg & Nils Köhler
Aus der ehemaligen HSK 21 kommend, schon in der Vorsaison verlässliche Unterstützer. Ihre Einsatzbereitschaft, ihr Teamgeist und ihre Bezirksliga-Tauglichkeit haben sie nun fest in unsere Mannschaft geführt.

Alexander Busch (Orga MF)

Ich bin schachlich nicht aktiv, kümmere mich dafür um Organisation und Kommunikation rund um die Mannschaft. Als Vater von Jonathan liegt mir die Arbeit mit Jugendlichen besonders am Herzen. Ich engagiere mich auf vielen Ebenen im Hamburger Schach, um Talente zu begleiten, zu fördern und Strukturen zu schaffen, in denen sich junge Spieler gut entwickeln können.

HSK 12 vor der ersten Runde: In der ersten Reihe die Kids Aras Kutlar, Jonathan Busch und Leopold Peters und hintere Reihe: Martin Sokol, Alexander Busch, Eva Maria Zickelbein, Dominik Müller-Peters, Tobias Stolzenburg und Nils Köhler. Foto: Artur Lerm

Der Mannschaftskampf

Volles Haus und unruhiger Beginn

Parallel fanden gleich vier Mannschaftskämpfe statt, das Klubheim war entsprechend rappelvoll. Für zusätzliche Unruhe sorgte ein ärgerlicher Zwischenfall bereits nach wenigen gespielten Minuten: Bei einem anderen Mannschaftskampf zwei Tische weiter waren alle Uhren falsch eingestellt. Nach wenigen Minuten Spielzeit musste der gesamte Kampf unterbrochen werden – hektisches Umstellen, viel Lärm, viel Unmut. Keine ideale Atmosphäre für konzentriertes Schach, aber: Bedingungen waren für alle gleich.

Frühe Eindrücke: Die Uhr tickt – und zwar unterschiedlich

Nach rund 30 Minuten war materialmäßig noch alles im Gleichgewicht, doch die Uhren erzählten bereits erste Geschichten:

  • Jonathan spielte gewohnt zügig und hatte noch 1:27 Stunden auf der Uhr
  • Leopold war bereits auf 1:03 Stunden runter
  • Dominik investierte viel Zeit in der Eröffnung – nach Zug 6 waren schon fast 20 Minuten verbraucht

Eine Stunde später spitzte sich das Bild weiter zu: Leopold war bei 35 Minuten, die Damen bereits abgetauscht, ohne klaren Stellungsunterschied. Jonathan hingegen hatte sich einen Bauern gesichert und baute kontinuierlich Druck auf. An den anderen Brettern gab es noch keine deutlichen Vor- oder Nachteile zu erkennen.

Brett 4: Jonathan – 1 : 0

Bereits gegen 20:30 Uhr holte Jonathan den ersten Punkt des Abends. Mit Mehrbauern und aktiver Stellung spielte er druckvoll die Partie zu Ende und brachte unter Mithilfe des Gegners ein schnelles Matt aufs Brett – und uns mit 1:0 in Führung.
Nicht nur am Rande erwähnenswert: Sein Gegner war Markus Weise – im Schach solide, außerhalb des Bretts vor allem als Hockey-Olympiasieger und Bundestrainer bekannt! Auf dem Schachbrett half das diesmal allerdings wenig 😉

Rückschläge – plötzlich 1 : 3

Leider folgten danach drei bittere Ergebnisse:

  • Brett 8 – Nils (0:1): Aufgabe in schwieriger Stellung und massiver Zeitnot gegen den „legendären“ Malte Schacht, der eine positionell wirklich wertvolle und gut anzuschauende Partie spielte.
  • Brett 6 – Leopold (0:1): Patzer unter Zeitdruck gegen Jascha Suhr
  • Brett 3 – Eva (0:1):

Evas Partie begann kreativ: Ihr Gegner Marius Müller spielte im Philidor 5. Tg1, und überraschenderweise landeten beide danach dennoch für mehrere Züge in einer Art „Hauptvariante“. Die Stellung blieb lange interessant und Eva hatte durchaus Chancen. Im 29. Zug, ausgerechnet in der Zeitnotphase ihres Gegners, unterlief ihr dann jedoch ein grober Fehler: Ein Bauer ging verloren – und damit letztlich auch die Partie. Bitter, denn bis dahin war deutlich mehr drin.

Trotz der frühen Führung lagen wir plötzlich 1:3 zurück. Für einen Moment sah es so aus, als würden wir erneut selbst einen auf die 12 bekommen – ein Szenario, das wir nur zu gut aus der Vorsaison kannten. Spoiler Alert: Doch diesmal kam es anders!

Brett 2: Aras – 1 : 0

Aras hatte sich über die Partie hinweg gegen Philipp Cramer klare Vorteile erspielt und im weiteren Verlauf sogar drei Mehrbauern angesammelt. Auch wenn sein Gegner zäh verteidigte und lange nicht aufgab, ließ Aras nichts mehr anbrennen. Der Anschluss zum 2:3 – und plötzlich war wieder alles möglich.

Brett 7: Tobias – 1 : 0

Tobias bewies starke Endspieltechnik gegen Artur Lerm. In einer Partie, in der Tobias lange etwas gedrückt stand, kam es auf einen einzigen Bauern, und schließlich schaffte er es mit seinem König im letzten Moment, diesen zu decken – der Gegner hatte keinen Bauern mehr. Ein etwas glücklicher voller Punkt zum 3:3.

Brett 5: Martin – 0 : 1

Martin hielt lange dagegen und hätte in der Eröffnung sogar entscheidenden Vorteil erlangen können, doch sein Gegner Ferdinand Seum spielte eine Glanzpartie, nachdem dieser Schreckmoment überstanden war. Am Ende wurde Martins König übers Brett getrieben und ein sehenswertes Matt beendete die Partie. Stark gespielt – auch vom Gegner.

Analyse der spannenden Partie Ferdinand Seum mit Weiß gegen Martin Sokol: hier wurde der schwarze König schon nach c4 getrieben und ist gleich im Mattnetz. Foto: Eva Maria Zickelbein

Brett 1: Dominik – 1 : 0

Dominik wurde in der Eröffnung von einer Nebenvariante überrascht und geriet früh unter Druck. Sein Gegner Simon Wellnitz spielte sehr stark und stand zur Zeitkontrolle sogar mit einem Bauern besser da.

Doch Dominik behielt einen kühlen Kopf. Mit ungleichfarbigen Läufern kam Gegenspiel auf, kurz nach der Zeitkontrolle gewann er zwei Bauern – und verwandelte die weiterhin komplexe Stellung schließlich zum Sieg. Vom Partieverlauf her sicher ein glücklicher Punkt, aber einer, der zeigt: Wenn es darauf ankommt, sind wir da!

Endstand: 4 : 4

Nach zwischenzeitlichem 1:3-Rückstand drehen wir den Mannschaftskampf noch zu einem 4:4. Gegen eine stark eingeschätzte Mannschaft fühlt sich dieses Unentschieden fast wie ein Sieg an – vor allem, weil wir diesmal auf der richtigen Seite eines knappen Ergebnisses stehen. Es ist ein Auftakt, der Mut macht und ein erstes Zeichen dafür, dass unsere HSK 12 in dieser Saison nicht einfach nur mitspielen will.

Die Ergebnisse im Überblick:

Quelle: Schachverband

Link zur Bezirksliga A

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