Hamburger Schachklub von 1830 e.V.

Königlich in Fantasie und Logik

Offener Spielbetrieb, auch für Gäste zum Reinschnuppern in den Klub: Jeweils Dienstag & Freitag von 19:00 – 22:00 Uhr bieten wir einen offenen Spielabend an! Wir freuen uns über alle Interessierten, die uns kennenlernen möchten. Wir bitten um Anmeldung über schachklub@hsk1830.de.

🏆 IM Dirk Sebastian: 40 Jahre im Hamburger Schachklub 🏅

Schon ein paar Tage zu spät komme ich endlich dazu, wenigstens eine kurze Würdigung eines ganz besonderen Mitglieds des Hamburger Schachklubs zu verfassen:

Dirk Sebastian, den viele Mitglieder aus den verschiedensten Zusammenhängen kennen – als Spieler der Bundesliga, als Jugend und Erwachsenen-Trainer und als Betreuer bei Deutschen Meisterschaften, ist am 01.04.1986 in den Hamburger Schachklub eingetreten!

Eigentlich kam Dirk vom Leichtathletik und war schon im HSV aktiv. Dann empfahl seine Grundschullehrerin seiner Mutter, Dirk aufgrund seiner überbordenden Energie entweder zum Schach zu schicken oder ihn ein Musikinstrument erlernen zu lassen. Zum Glück für den Klub entschied sich seine Mutter für Schach, denn der HSV hatte zu dem Zeitpunkt ja noch eine gute Schachabteilung, die wir damals bildeten! So hat Dirk noch einen alten Mitgliedsausweis von seinem Eintritt in den HSK im HSV, vielleicht liefert Dirk dieses historische Dokument ja noch nach!

Sehr schnell kam Dirk über die Trainingsgruppe in der Rothenbaumchaussee beim HSV in die Schulschachgruppe von Christian Zickelbein an der Rudolf-Steiner-Schule in Hamburg-Farmsen. Der erkannte natürlich sofort sein großes Talent und war äußerst froh, dass Dirks älterer Bruder Jörg ihn immer bereitwillig zum Training brachte und so auch selbst ein guter Spieler wurde!

Das erste überlieferte Foto von Dirk habe ich leider nicht wiederfinden können und das ärgert mich wirklich – sobald ich es auftreiben kann, wird es hier nachgeliefert. Beim Alsteruferturnier 1987 oder 1989 spielten Prominente in den Schulteams. Bei der Rudolf-Steiner-Schule war Felix Magath mit dabei und spielte neben den beiden kleinen Fußballfans Dirk Sebastian und Benjamin Zickelbein!

Das nächste überlieferte Foto stammt von der Schachreise 1992 nach Stade: bei der Siegerehrung verabschiedete Dirk (in der Mitte im dunklen Shirt) als Teil der „Magischen Fünf“ Jens Hüttmann nach Houston und Eva Maria Zickelbein nach Paris:

Peter Korth, Dirk Sebastian, Joi Günther und Jens Hüttmann 1992 in Stade. Foto: HSK-Archiv

Ende 1992 gelang Dirk dann auch gleich im Team der erste riesige Erfolg: er wurde mit dem HSK U13-Team Deutscher Mannschaftsmeister U13 in Braunschweig:

Überhaupt, die Schachreisen! Unzählige dieser tollen Wochen hat Dirk mitgemacht und so manchen Rekord (z. B. im Wach-Bleiben) gebrochen. Natürlich war er immer ein beliebter Partner im Tandem- oder im Ansageblitz, der er war immer einer der stärksten Teilnehmer bzw. Leiter auf den Reisen:

Aurich 2002: beim Blitzen haben alle Spaß! Foto: HSK-Archiv

Aber Dirk war nicht nur bei jeder Schachreise dabei und engagierte sich schon sehr früh selbst als Trainer, er war auch am Brett äußerst erfolgreich! 1996 wurde er mit dem Team Deutscher Mannschaftsmeister U20 in Berlin, GM Karsten Müller betreute damals das Team.

Dirk durchlief so gut wie alle HSK-Teams und war dann seit dem Jahr 2000 ein nicht mehr wegzudenkender Spieler unseres ersten Teams. Seine erfolgreichste Saison lieferte er 2006/2007 ab: mit sensationellen 9,5 aus 12 trug er wesentlich zum Vizemeistertitel hinter Baden-Baden bei!

Erfolgreichste Saison seit 1958: Vizemeister HSK! Dirk Sebastian, Jan Gustafsson, Thies Heinemann, Niclas Huschenbeth, Lubomir Ftacnik, Merijn van Delft, Radek Wojtaszek, Christian Zickelbein, Robert Kempinski und Eva Maria Zickelbein. Foto: Christian Bossert
Dirk Sebastian gegen Timo Straeter im Bremer Weserstadion. Foto: Eva Maria Zickelbein

Dirk war mit einer Elozahl von um die 2450 viele Jahre mit der stärkste titellose Spieler Deutschlands. Unzählige Normen sammelte er, nie beantragte er den Titel. Eigentlich ging ich davon aus, dass er den IM überspringen würde und gleich GM wird, aber 2016 ließ er sich dann doch überreden, den IM-Titel „zu nehmen“. Ein Großmeisterturnier im HSK-Klubheim stand an und dafür wurde dieser benötigt!

ELO-Entwicklung im Chessbase-Profil von Dirk, Quelle: Chessbase

Heutzutage sehen wir Dirk leider weniger selbst am Brett, aber für die HSK-Jugendarbeit ist er nach sehr wichtig: er trainiert zahlreiche unserer Talente seit vielen Jahren, coacht die Teams bei Deutschen Einzel- und Mannschaftsmeisterschaften. Beispielhaft dafür möchten wir den Bericht „Der siebte Stern“ von Luis und Robert Engel aus dem Jahr 2022 zitiert, als das Team Deutscher Meister U20 wurde.

Dirk Sebastian im Jahr 2023, eingefangen von Georgios Souleidis

 

Vielen Dank, lieber Dirk, für deine vielen Jahre HSK, dein Engagement am und neben dem Brett, im Training und Coaching!

 

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