Einen lange 14. Runde gab es heute im Willy-Brandt-Haus, denn im Wettkampf vom HSK gegen Bayern München wurde bis zum 105. Zug gespielt!
Doch von vorn:

Wie immer berichtet Martina Gerdts laufend auf Instagram und leistet so einen wertvollen Beitrag für unsere Öffentlichkeitsarbeit. Dankbar sind wir auch über alle, die uns mit Bildern, Eindrücken und Infos versorgen – wir versuchen dann, für unsere Mitglieder und die Freunde des HSK die Geschehnisse zusammenzufassen:

Der Wettkampf war von den Elozahlen sehr ausgeglichen und Bayern München hat eine sehr gute Saison gespielt und steht auf einem sehr guten 4. Platz. Auch am Finalwochenende tritt das Münchener Team mit seiner Stammbesetzung an und so entspann sich ein spannender Wettkampf:
Mit Leon Mendona und Luis Engel gab es nach ungefähr drei Stunden zwei Schwarz-Remisen aus HSK-Sicht, gefolgt aber von zwei weißen Punkteteilungen von Niclas Huschenbeth und Gabor Papp. Diese vier Partien verließen nie das Gleichgewicht und so hatten wir dann 2:2 als Zwischenstand.
So hatten wir dann kurzzeitig die Situation, dass die Svane-Brüder an 1 und 2 noch gegen die starken GMs Vladimir Fedoseev und Jaime Santos Latasa in action waren und am 7. und 8. Brett die Hamburger versuchten, ihren Elo-Vorteil auszuspielen. Das gestaltete sich aber als schwierig: Julian Kramer an Brett 7 musste länger kämpfen für den halben Punkt und musste sich aktiv mit einem Qualitätsopfer aus einer gedrückten Stellung befreien, in der eher Weiß die Gewinnchancen hatte. Und unser solider Wiener Konstantin Peyrer geriet sogar unter die Räder gegen den schwedischen IM Philip Lindgren, der schon sehr lange in München spielt. In einer sehr langen und schwierigen Partie mit entgegengesetzten Rochaden verwertete Philip Lindgren den Vorteil trotz Zeitnachteil sehr konzentriert und sicher.
Frederik Svanes Partie gegen Vladimir Fedoseev war wild und nachdem am Königsflügel der Rauch verpufft war, entstand ein Endspiel mit Bauern auf verschiedenen Flügeln. Frederik spielte genau und geriet nie in Verlustrisiko, am Ende konnte er seinen Springer gegen die letzten beiden weißen Bauern geben. Parallel dazu versuchte sein Bruder Rasmus Svane am zweiten Brett, seinen Mehrbauern im Turmendspiel gegen den spanischen 26er GM Jaime Santos Latasa zu einem vollen Punkt und damit zum Teamunentschieden zu verwerten!
Und das machte er sage und schreibe bis zum 105. Zug und schaffte damit einen Zug vor der 50-Zug-Regel die Sensation und den Ausgleich für den HSK!


Die Einzelergebnisse noch einmal im Überblick:

Und die Tabelle nach der 14. Runde zum Genießen:

Mit dem 4:4 schaffen die Jungs den Sprung auf den 7. Tabellenplatz und schieben sich damit am morgigen Gegner Deggendorf und St. Pauli vorbei. Der heutige Wettkampf dieser beiden Teams ging 5:3 für das bayerische Team aus. Im Abstiegskampf bewiesen die Schachfreunde Berlin wieder einmal, was in ihnen steckt und schlugen Kirchweye mit 5,5:2,5! Momentan also der rettende 14. Platz und Zugzwang müsste den Gang in die 2. Liga antreten. Aber morgen ist noch eine Runde, Berlin spielt gegen Werder Bremen, Zugzwang gegen Düsseldorf!
Der SC Viernheim gewann heute mit 4,5:3,5 gegen Baden-Baden und wird überlegen Deutscher Meister – herzlichen Glückswunsch!