Hamburger Schachklub von 1830 e.V.

Königlich in Fantasie und Logik

Offener Spielbetrieb, auch für Gäste zum Reinschnuppern in den Klub: Jeweils Dienstag & Freitag von 19:00 – 22:00 Uhr bieten wir einen offenen Spielabend an! Wir freuen uns über alle Interessierten, die uns kennenlernen möchten. Wir bitten um Anmeldung über schachklub@hsk1830.de.

HMM 2026, Bezirksliga A: Auswärtssieg von HSK 12 sichert Platz 2

Am 10. April ging es für uns raus nach Fischbek. 45 Minuten Anfahrt, verteilt auf zwei Autos von Dominik und Eva. Martin, Tobias und Aras schlugen sich auf eigene Faust durch. Begleitet wurden wir ebenfalls wieder von unserer rasenden Reporterin Angelica.

Der Mannschaftskampf

Brett 1: Dominik – 1 : 0
Dominik kam gut aus der Eröffnung und schnappte sich früh einen Mehrbauern. Dann packte ihn die Gier, er nahm gleich noch einen zweiten mit und schenkte seinem Gegner damit ordentlich Kompensation. Kurz sah es so aus, als müsste er für seine Völlerei bezahlen. Statt zu zittern wickelte er aber clever ab, gab die Bauern zurück und steuerte ins Endspiel. Dort stand es nur noch hauchdünn besser für ihn, doch sein Gegner leistete sich zwei schwache Züge in Folge. Geschenke nimmt Dominik dann doch gerne an. Übrigens: Fünfter Sieg im fünften Spiel!

Brett 2: Aras – ½ : ½
Die schnellste Partie des Abends, Aras spielte mit Schwarz gegen David Goldmann. Nach einer Stunde war schon Schluss, eine komplett ausgeglichene Stellung aus einem geschlossenen Sizilianer heraus. Manche brauchen so lange für die Eröffnung, Aras hatte da schon Remis – gegen diesen starken Gegner natürlich vollkommen ok!

Brett 3: Eva – 0 : 1
Eva kam schlecht aus der Eröffnung, kämpfte sich aber zurück ins Spiel und erreichte eine sehr aussichtsreiche Stellung. Kurz vor dem 40. Zug dachte sie, dass sie gewinnen könne, übersah jedoch einen Gegenschlag und verfiel danach in mittelschwere Panik und Enttäuschung. die 15 Minuten zusätzliche Zeit nach dem 40. Zug reichte nicht aus, um den Gewinn zu finden 🙁

Stellung nach 39. Da7. Es folgte 39….Lxf3 und 40. Tc7 und T5f7. Dann haben wir frische 15 Minuten bekommen, aber ich fand den Gewinnweg 41. Tc8+ Tf8 41. T1c7 nicht – so schade!! Foto: Angelica Winklmann

Brett 4: Jonathan – ½ : ½
Jonathan spielte mit Schwarz das orthodoxe Damengambit und kam solide aus der Eröffnung. Mit c4 sicherte er sich Raumvorteil am Damenflügel. Es wurde spannend, als Weiß mit e4 das Zentrum aufriss und Jonathan mit Sxe4 zugriff. Ein paar Züge lang sah es so aus, als hätte Weiß die aktiveren Figuren, doch Jonathan verteidigte präzise und ließ nichts anbrennen. Dann: Sein Gegner bot Remis an, obwohl er selbst geringfügig schlechter stand und 20 Minuten weniger auf der Uhr hatte. Jonathan hielt seine eigene Stellung jedoch für nachteilhaft und nahm an. Manchmal ist der gefährlichste Gegner das eigene Bauchgefühl. Remis nach 31 Zügen.

Brett 5: Alexander – 1 : 0
Eine interessante strategische Partie. Mit einem etwas komplexeren Springermanöver hat er seinen Gegner in eine zunehmend unangenehme Stellung gebracht. Der Vorteil wuchs Zug um Zug, und am Ende hat er einen tollen Sieg herausgespielt!

Alexander Winklmann mit toller Partie, dahinter Martin Sokol und Leopold Petersen. Foto: Eva Maria Zickelbein

Brett 6: Martin – ½ : ½

Martin bekam es mit Schwarz mit der Slawischen Verteidigung zu tun. Sein Gegner wählte 3. Sc3 statt des genaueren Sf3, und Martin nutzte das sofort mit e5 aus. Nach dem Abtausch im Zentrum hatte Weiß sichtlich Probleme, seinen Damenläufer ins Spiel zu bringen. Martin wollte den d4-Bauern als Schwäche ausnutzen, leistete sich aber mit Lf6 eine Ungenauigkeit und schenkte dem Gegner Tempi für ein Springermanöver. Die Stellung vereinfachte sich zusehends. Als sein Gegner mit Lc3 praktisch zum Remis einlud, nahm Martin an. Die Mannschaft lag vorne, der Gegner hatte 60 DWZ mehr. Warum riskieren, wenn man schlauer sein kann?

Brett 7: Leopold – ½ : ½
Leopold spielte eine stabile Eröffnung und erarbeitete sich einen leichten Vorteil. Im Endspiel stellte sein Gegner sogar eine Qualität ein. Sieg in Sicht? Leider nein. Der Gegner mauerte sich in einer Festung ein, an der selbst die Engine sich die Zähne ausbeißt. Remis im Sinne des Mannschaftssiegs, auch wenn es in den Fingern juckte.

Brett 8: Tobias – ½ : ½
Tobias lieferte sich eine wilde Schottische Partie. Mit Schwarz rochierte er lang (mutig oder leichtsinnig, je nach Perspektive) und startete einen Angriff gegen den weißen König. Die Initiative war da, zahlte sich aber nicht aus: Sein Gegner verteidigte fehlerfrei und erzwang mit einem Turmopfer Dauerschach gegen den exponierten schwarzen König. Wer opfert schon einen Turm fürs Remis? Wer muss, der muss.

Tobias Stolzenburg schaut schonmal Richtung weiße Rochadestellung, geht da was? Foto: Angelica Winklmann
Ja, da geht was! Mit 15. Dg3? bewegt sich die weiße Dame zu weit vom Geschehen weg und Tobias hat einen wunderschönen Angriffszug: 15… La3!

Endstand: 4,5 : 3,5

Müde, aber zufrieden (bis auf Eva natürlich) mit zwei Mannschaftspunkten im Gepäck zurück nach Hamburg: Leopold Peters, Alexander Winklmann, Martin Sokol, Eva Maria Zickelbein, Jonathan Busch und Dominik Müller-Peters. Foto: Angelica Winklmann

Um 23 Uhr war der letzte Zug gemacht. Mit stolzen 8 Mannschaftspunkten aus 5 Runden stehen wir verdient auf dem 2. Platz der Liga und haben noch 4 Runden vor der Brust. Bereits am Freitag den 17. April erwarten wir mit Marmstorf einen weiteren starken Gegner im HSK-Schachzentrum!

Stand der Bezirksliga A nach 5 von 9 Runden. Quelle: Hamburger Schachverband

 

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