Am 30. Januar stand für uns das zweite Saisonspiel an: Heimspiel beim HSK, Gegner war Diogenes 3. Nach dem Punktgewinn zum Auftakt gegen HSK 13 wollten wir nachlegen und zeigen, dass das kein Ausrutscher war.
Beide Mannschaften traten nicht vollständig in Stammbesetzung an. Bei uns musste Rainer kurzfristig passen. Ursprünglich für Brett 1 eingeplant, war er als Berichterstatter für das Hamburger Abendblatt wegen des Handball-Halbfinals länger im Einsatz. Später am Abend schaute er dennoch im Klub vorbei und verfolgte die noch laufenden Partien und lernte die Mannschaft kennen.
Auch Diogenes trat ersatzgeschwächt an und borgte sich zwei Spieler von unten aus – allerdings solche, die sich als durchaus gefährlicher erwiesen als die designierten Stammspieler. Unterm Strich waren die Gäste im Durchschnitt 60 DWZ-Punkte stärker als unser Team.
Die Aufstellung
- Dominik (s)
- Eva (w)
- Jonathan (s)
- Alexander (w)
- Martin (s)
- Tobias (w)
- Nils (s)
- Marvin (w)
Neben Rainer waren auch Aras (Nordwest-Cup) und Leopold (Geburtstagsfeier) verhindert. Marvin, unser 1. Jugendwart, rückte als Gastspieler ins Team. Normalerweise spielt er in der Kreisliga für HSK 22 und unterstützte uns an diesem Abend an Brett 8. Vielen Dank dafür! Ebenfalls eine Besonderheit für Dominik, da er gegen sein ehemaliges Team spielte.
Der Mannschaftskampf
Brett 1: Dominik – 1 : 0
Souverän von Anfang bis Ende
Dominik kam sehr gut aus der Eröffnung und übernahm früh die Initiative. Sein Gegner stand passiv, verteidigte sich lange, verlor im Endspiel jedoch zwei Bauern und gab schließlich auf. Ein sauber herausgespielter Sieg an Brett 1.
Brett 2: Eva – ½ : ½
Chance da, Punkt geteilt
In ausgeglichener Stellung griff Evas Gegner fehl, und sie gewann einen Bauern. Danach wurde allerdings etwas zu schnell gespielt und nicht die beste Fortsetzung gewählt, die zu klarer +- Stellung geführt hätte. Ein weiterer ungenauer Zug führte in ein interessantes Turmendspiel, das von beiden Seiten präzise behandelt wurde. Am Ende ein gerechtes Remis – auch wenn mehr möglich gewesen wäre.
Brett 3: Jonathan – 0 : 1
Zu schnell, zu teuer
Jonathan kam gut aus der Eröffnung, spielte dann aber zu schnell und leistete sich zwei einfache und vermeidbare Fehler, die ihn zwei Bauern kosteten. Trotz hoher Genauigkeit im weiteren Verlauf ließ sich der Rückstand nicht mehr ausgleichen und sein Gegner spielte auch eine quasi fehlerfreie Partie!
Brett 4: Alexander – 0 : 1
Schrittweise unter Druck
Alexander geriet im Mittelspiel zunehmend unter Druck, spielte aber kreativ und versuchte, Angriffspunkte zu entdecken. Trotz Alexanders Gegenwehr gelang es dem Gegner, seine Stellung Schritt für Schritt zu verbessern und die Partie im weiteren Verlauf für sich zu entscheiden.
Brett 5: Martin – 1 : 0
Theorie, Geduld und der richtige Moment
Martin spielte die Caro-Kann-Verteidigung im Abtauschsystem. Nach einem zunächst unscheinbaren, aber theoretisch korrekten Aufbau entstand eine komplexe Stellung, die für Schwarz nicht leicht zu spielen ist. Martin investierte bewusst Zeit, hielt die Stellung stabil, während sein Gegner schneller unterwegs war.
Im kritischen Moment unterlief Weiß ein Fehler im Zentrum. Martin nutzte die Gelegenheit konsequent, öffnete die Stellung und kam zu starkem Figurenspiel. Trotz später Zeitnot behielt er die Übersicht, gewann Material und führte die Partie sicher zum Sieg. Ein Punkt, der schachlich sehr wertvoll war.
Brett 6: Tobias – 1 : 0
Zentrum, Initiative, Durchsetzung
Tobias bekam die Pirc-Verteidigung vorgesetzt und reagierte energisch:
Mit e4, d6, d4, sf6, sc3, g6 und f4 errichtete er ein starkes Zentrum und übernahm früh die Initiative. Es entwickelte sich ein Kampf um die bessere Aktivierung des Läuferpaares, mit Chancen auf beiden Seiten. Tobias nutzte seine Möglichkeiten konsequent und brachte den Punkt verdient nach Hause. Stark!
Brett 7: Nils – 0 : 1
Gute Stellung, falscher Moment
Nils bekam es mit einer ungewöhnlichen Eröffnung zu tun, mit der sein Gegner zunächst keinen Vorteil erzielte. Im Gegenteil: Nach der Eröffnung stand Nils mit Schwarz solide. Im Mittelspiel folgte jedoch ein aggressiver Zug (Lc4), den Nils bestrafen wollte – dabei ging allerdings die Qualität verloren. Die Stellung kippte, und mit ihr leider auch die Partie. Bitter, weil die Ausgangslage eigentlich ordentlich war.
Brett 8: Marvin – ½ : ½
Zäh verteidigt
Marvin stand lange gedrückt, verteidigte sich aber umsichtig, stand dann sehr gut und verlor den Faden. Dann rettete er sich gerade noch in ein Endspiel Läufer und Springer gegen Turm und Bauern. In dieser Konstellation einigten sich beide Seiten auf Remis, etwas glücklich für uns. Ein wichtiger halber Punkt, auch wenn er am Ende mit sich gehadert hat.
Endstand: 4 : 4
Am Ende steht erneut ein 4:4 und damit der zweite Mannschaftspunkt in Folge. Wieder kein Durchmarsch, aber erneut ein Ergebnis, das zeigt, dass wir stabil auftreten und konkurrenzfähig sind, auch wenn mal nicht alle Stammspieler dabei sind.
Und ganz nüchtern betrachtet: Mit Rainer an Brett 1 und Aras an Brett 3, wenn alle spielen können, hat diese Mannschaft das Potenzial, der Liga richtig Arbeit zu machen. Voll auf die 12 ist kein Spruch – es liegt greifbar auf dem Brett.