Hamburger Schachklub von 1830 e.V.

Königlich in Fantasie und Logik

Offener Spielbetrieb, auch für Gäste zum Reinschnuppern in den Klub: Jeweils Dienstag & Freitag von 19:00 – 22:00 Uhr bieten wir einen offenen Spielabend an! Wir freuen uns über alle Interessierten, die uns kennenlernen möchten. Wir bitten um Anmeldung über schachklub@hsk1830.de.

HMM 2026, Kreisliga D, HSK 23 – HSK 24 – Ringschrift Nr. 2

Unser letzter Mannschaftskampf ging 0:8 verloren. Im jetzigen Mannschaftskampf fehlen drei unserer vier DWZ-gewichtigsten Spieler. Geburtstagsfeier, Rotation, Fahnenflucht sind die verschiedensten Gründe. Dass als heutiger Gegner die starke HSK 23 wartet, macht es nicht einfacher. Insgesamt nicht die besten Voraussetzungen und demnach sollte nicht allzu viel erwartet werden. Erstmal wieder gutes Schach zeigen und dann schauen, was am Ende herausspringt.

Mit folgender Aufstellung geht es für unsere HSK 24 in den Mannschaftskampf:

  1. Jonny Skibb
  2. Linus Advani
  3. Dieter Wichmann
  4. Astrid von Holten
  5. Harald Meyer
  6. Rolf Lohkamp
  7. Horst Feis
  8. Volker Krause

Ich (Jörg Spreu) bin als Mannschaftsführer vor Ort, spiele allerdings nicht mit. Der gegnerische Mannschaftsführer Gunnar Klingenhof ist genau wie ich früh im Klubhaus; außerdem ist es der einzige Heim-Mannschaftskampf des Abends, sodass wir zusammen entspannt den Turniersaal vorbereiten können.

Dieter Wichmann spielt mit Weiß und dem Londoner System. Sein Gegner Manfred Stejskal kann im 15. Zug einen seiner schwarzen Springer in Wichmanns Stellung pflanzen. Bedrohlich steht der schwarze Springer auf Sd3. Gedeckt u.a. durch einen schwarzen Bauern auf e4. So bedrohlich der Springer steht, so wacklig steht er allerdings auch. Wichmann kann den deckenden Bauern auf e4 abpflücken und dann den schwarzen Springer abtauschen. Neben dem Springer werden zwei weitere Leichtfigurenpaare getauscht. Wichmann verbleibt mit gesundem Mehrbauern. Kurz später geht er ins Remis. Mannschaftliches 0.5 : 0.5

Horst Feis spielt mit Weiß in der französischen Vorstoßvariante (1. e4 e6  2.d4 d5  3. e5…). Die weißen Bauern auf e5 & d4 werden später allerdings abgetauscht, sodass Feis nicht lange Freude am Raumvorteil hat. Im späten Mittelspiel sieht Feis dann eine Fata Morgana. Er spielt eine Taktik, wo keine Taktik ist. Am Ende der verirrten Kombination ist das Brett geleert. Feis Stellung ist allerdings gelichteter als die Stellung des Gegners. Endspiel mit Minusfigur. Feis‘ Gegner Jürgen Belkin scheint an diesem Abend aber der Friedfertigkeit verpflichtet und willigt in eine remisbringende Stellungswiederholung ein. Zwischenstand 1:1.

Linus Advani hat Schwarz und muss sich mit der Wiener Partie (1.e4 e5  2.Sc3 mit weißer Idee f4) auseinandersetzen. Für Advani läuft dabei etwas schief, und ab dem 11. Zug muss Advani mit Qualle weniger spielen. Einen Bauern und durchaus etwas Spiel hat Advani für die Qualle. Aber schön ist das nicht. Advani ist allerdings dafür bekannt, dass er eine schwierige Stellung auch mal zu seinen Gunsten dreht. Und auch diesmal braut unser Magier wieder etwas zusammen. Nach einer Taktik mit drohendem Materialverlust bleibt Advanis Gegner Mir-Yoness Moussavizadeh nur noch, die tückischen Springer zu verfluchen und aufzugeben. 2:1 für uns.

Jonny Skibb spielt mit Weiß gegen Gregor Kock. Durch eine Taktik (Ablenkung und Überlastung) verliert Skibb allerdings Material. Zwei Figuren muss Skibb hergeben, bekommt vom Gegner dafür einen Turm. Meist ein unguter Wechsel. So auch hier. Skibb versucht, sich im bald aufkommenden Endspiel lange zu verteidigen, aber letztlich ist seine Stellung unter Henkershand. Der Gegner gleicht zum mannschaftlichen 2:2 aus.

Astrid von Holten entgegnet Thomas Woisins 1. e4 mit französischem 1…e6. Es kommen aber eher französisch untypischere Strukturen aufs Brett. Die e-Linie öffnet sich. Drei Leichtfigurenpaare werden getauscht und die offene e-Linie verschlingt dann auch noch beide Turmpaare. Die Damen verschwinden vom Brett und von Holten steht mit Springer im Endspiel gegen Woisins Läufer. Von Holten mit gesünderer Bauernstruktur am Königsflügel, Woisin mit gesünderer Bauernstruktur am Damenflügel. Im 30. Zug geht die Partie im insgesamt wohl ausgeglichenen Endspiel ins Remis. 2.5 : 2.5.

Volker Krause kann den weißen Anzugsvorteil recht schnell neutralisieren und einen starken schwarzen Springer auf Se4 platzieren. Des Gegners Figuren stehen recht passiv. Es ist ein interessanter Stellungskrieg, auf eine Entscheidungsschlacht wird allerdings verzichtet. Ein Figurenpaar wird getauscht, die restlichen Figuren stehen noch auf dem Brett. Noch kein Bauer wurde geschlagen, als Krause ein Remis-Angebot seines Gegners Arthur Hofmeier annimmt. Mannschaftlich steht es somit 3:3.

Rolf Lohkamp hat zu dieser Stunde bereits eine Figur weniger. In seiner Stellung blüht keine Rose mehr. Sein Gegner David Otero Dominguez spielt konzentriert weiter und kann den vollen Punkt einstreichen. Damit liegen wir 3:4 zurück.

Harald Meyer spielt mit Weiß und ist ganz vernünftig aus der Eröffnung gekommen. Vermutlich noch normaler leichter weißer Vorteil, aber nichts wirklich Nennenswertes. Im 12. Zug spielt Meyers Gegner Gunnar Klingenhof dann einen positionell sinnvollen Zug, um seinen etwas abseits stehenden Läufer wieder ins Spiel zu bringen. Dabei wird allerdings eine (Bauern-) Gabeldrohung ignoriert. Meyer kann mit g4 die Gabel setzen und gewinnt eine Figur. Schwarz versucht unter weiterem Materialopfer noch einen Angriff gegen den auf Kh1 stehenden entblößten weißen König. Meyer bleibt aber besonnen, kann den Damentausch erzwingen und seinen Materialvorteil gegen noch hartnäckigen Widerstand verwerten. Meyer hat mit seinem Sieg zum 4:4 ausgeglichen und uns einen sehr wichtigen Mannschaftspunkt gesichert. Für uns eine gelungene Rehabilitation für die desaströse Auftaktniederlage.

Jonny Skibb mutmaßte schon, dass das ein entscheidender Mannschaftspunkt im Kampf um den Klassenerhalt sein könnte.

Vor der Saison wurden St. Pauli IX und Sasel IV als vermutliche Konkurrenten um den Klassenerhalt ausgemacht. St. Pauli hat in seinen bisherigen zwei Mannschaftskämpfen aber stark gespielt und gut gepunktet. Sasel bislang noch ohne Mannschaftskampf. Mal schauen. Noch ist es früh in der Saison. Nach dem heutigen Punktgewinn ist aber auf jeden Fall die Zuversicht wieder bei uns zu Hause.

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