Hamburger Schachklub von 1830 e.V.

Königlich in Fantasie und Logik

Offener Spielbetrieb, auch für Gäste zum Reinschnuppern in den Klub: Jeweils Dienstag & Freitag von 19:00 – 22:00 Uhr bieten wir einen offenen Spielabend an! Wir freuen uns über alle Interessierten, die uns kennenlernen möchten. Wir bitten um Anmeldung über schachklub@hsk1830.de.

HMM 2026, Kreisliga D: HSK 24 gegen Sasel IV, Ringschrift Nr. 5

Unser heutiger Gegner Sasel IV hat in der laufenden Saison wohl einiges an Pech gehabt. Die ersten drei Mannschaftskämpfe haben die Saseler allesamt denkbar knapp mit 3.5 zu 4.5 verloren. Auch der vierte Mannschaftskampf ging für Sasel verloren, sodass Sasel etwas unglücklich mit 0:8 Mannschaftspunkten dasteht. Mit 1:7 Mannschaftspunkten liegt unsere HSK 24 in der Tabelle nur knapp vor den Saselern. Zwischen uns und Sasel wird der Klassenerhalt entschieden; eine der beiden Mannschaften wird absteigen. Bei insgesamt noch zwei verbleibenden Runden ist die Ausgangslage die folgende: Gewinnen wir, halten wir sicher die Klasse. Bei einem Unentschieden oder bei einer Niederlage wird die Entscheidung bzgl. des Klassenerhalts auf die nächste (und gleichzeitig letzte) Runde verschoben.

Glorreich war das Jahr 2024, als wir die komplette Saison ohne Ersatzspieler (und ohne kampflose Niederlage) ausgekommen sind. Die fetten Jahre sind vorbei. Auch in diesem Mannschaftskampf muss sich auf die Suche nach einem Ersatzspieler gemacht werden. Ich bin froh, dass wir mit Hauke Blix (eigentlich Mannschaftsführer der HSK 27) dann auch einen gern gesehenen Ersatzspieler rekrutieren konnten. Unsere Aufstellung:

  1. Jonny Skibb
  2. Jörg Spreu
  3. Dieter Wichmann
  4. Harald Meyer
  5. Rolf Lohkamp
  6. Horst Feis
  7. Volker Krause
  8. Hauke Blix (Ersatz)

Die Saseler kehren freundlich in unser Klubhaus ein. Somit sind sie willkommene Gäste. Trotz aller Freundlichkeit haben die Saseler auch Entschlossenheit mit im Gepäck. Und die Saseler erwischen den besseren Start. Bereits nach einer Stunde muss sich Hauke Blix seinem Gegner Michael Voye geschlagen geben. Als ich bei Blix aufs Brett geguckt hatte, war noch alles in Ordnung. Das Partieformular ist für mich nicht ganz nachvollziehbar. Vermutlich war es aber Blix‘ angeschossene weiße Königsstellung, die das Unheil brachte. 0:1 gegen uns.

Volker Krause stellt mit Schwarz slawische Strukturen aufs Brett. Im späteren Verlauf öffnet sich die c-Linie und kurz danach spielt Krause mit Isolani. Auf der offenen c-Linie tauschen sich alle Schwerfiguren ab. Auch drei Leichtfiguren-Paare sind bei der Abtausch-Orgie zwischen Zug 14 und Zug 25 vom Brett verschwunden. Der Isolani löst sich auf. Krause mit aktivem König, Läufer und fünf Bauern gegen gegnerischen Springer mit selbiger Bauernanzahl. Am Ende gibt es eine Stellungswiederholung und im 38. Zug die Punkteteilung. 0.5 zu 1.5 gegen uns.

Wie in der letzten Saison muss sich Jonny Skibb mit dem Saseler Walter Blumenberg auseinandersetzen. Und ebenfalls wie im letzten Jahr geht Skibb mit Schwarz in die Französische Verteidigung (1. e4 e6). Es kommt zur Abtauschvariante (frühes weißes Schlagen mit exd5). Verlief die Partie in der letzten Saison relativ ruhig, kommt diesmal recht früh Feuer ins Spiel. Skibb rochiert lang, sein Gegner kurz. Beide Seiten versuchen einen Angriff auf den jeweils gegnerischen König. Bauern werden in Marsch gesetzt. Während Skibbs Angriff steckenbleibt, kann sein Gegner Bauern und Figuren effektiv in den Angriff werfen. Am Ende bleibt Skibb nur die Aufgabe. 0.5 zu 2.5 gegen uns.

Dieter Wichmann bleibt mit Schwarz seiner Skandinavischen Verteidigung (1.e4 d5) treu. Aber auch Wichmann verliert und muss sich seinem Gegner Uwe Tranelis geschlagen geben. 0.5 zu 3.5 gegen uns.

Bei Horst Feis wird Französisch angerichtet. Feis mit Weiß. Er wählt die Vorstoßvariante mit frühem weißen e5. Als ich später aufs Brett gucke, steht noch ein einigermaßen ausgeglichenes Leichtfiguren-Endspiel auf dem Brett. Am Ende dann aber doch Feis‘ Niederlage gegen seinen Gegner Frank Tobianski. 0.5 zu 4.5 gegen uns.

Damit hat Sasel den Mannschaftskampf bereits gewonnen. Obwohl wir ersatzgeschwächt aufgelaufen sind, war ich guter Dinge, etwas gegen Sasel zu holen. Dass es dann doch so brachial zugeht, damit wurde nicht gerechnet. Auf den verbleibenden Brettern sieht es ganz vernünftig aus. Aber der Mannschaftskampf ist halt schon entschieden. Bezüglich der Brettpunkte liegen wir in der Liga eh hoffnungslos zurück. Jetzt geht es lediglich noch um wichtige individuelle Erfolge.

Harald Meyer sitzt mit Weiß dem gegnerischen Mannschaftsführer Wolfgang Wagner gegenüber. Meyer geht ins Morra Gambit (1. e4 c5  2.d4 cxd5 3. c3 …). Sein Gegner nimmt das Gambit an und Meyer somit erstmal mit einem Bauern weniger. Aber seine Figuren stehen gut, der gegnerische schwarze König steht ohne Aussicht auf Rochade festgenagelt in der Brettmitte. Im 28. Zug gewinnt Meyer erst den Bauern zurück, gewinnt dann die Qualität, und steht schließlich im klar besseren Endspiel. Sein Gegner scheint aber auf Fortunas Schiff zu segeln und findet eine Möglichkeit ins Dauerschach zu gehen. 1:5 gegen uns.

Die individuellen Saison-Ergebnisse der Saseler Spieler waren vor dem heutigen Mannschaftskampf bescheiden. Das gilt aber nicht für den Saseler Gerhard Frische. Mit drei Punkten aus vier Partien konnte er erfolgreich punkten. Heute muss Rolf Lohkamp gegen den bislang gut aufspielenden Frische antreten. Am Ende gibt es die Punkteteilung. 1.5 zu 5.5 gegen uns.

Ich (Jörg Spreu) spiele mit Weiß gegen Hans-Werner Reinisch. Ich eröffne recht verhalten und auch mein Gegner ist zu Beginn noch relativ friedfertig unterwegs. Im Mittelspiel biete ich den Damentausch an. Mein Gegner lehnt den Damentausch allerdings ab und schiebt statt dessen aggressiv seine Bauern am Damenflügel nach vorne. Aber etwas zu ungestüm. Ich kann taktisch (Abzug und Fesselung) einen Bauern am Damenflügel gewinnen. Der gegnerische Bauernansturm am Damenflügel bricht zusammen. Ein weiterer gegnerischer Bauer fällt, und ich bin in der klar besseren Stellung. Ich tausche Material, trockne die Stellung aus und verwerte im Leichtfiguren-Endspiel meine Mehrbauern zum Sieg. Mannschaftlicher Endstand 2.5 zu 5.5 gegen uns.

In der letzten Runde der Saison geht es Ende April gegen St. Pauli IX ans Millerntor. Um die Klasse zu halten, ist da ein Sieg Pflicht. Bei gleichzeitig benötigter Schützenhilfe durch Großhansdorf III gegen unseren direkten Konkurrenten Sasel IV. Die Schützenhilfe wird kommen. Liegt dann an uns, das Millerntor zu stürmen. Wir werden mal wieder zuversichtlich, und mal wieder ersatzgeschwächt ans Millerntor fahren.

 

 

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