Hamburger Schachklub von 1830 e.V.

Königlich in Fantasie und Logik

Da müssen wir durch. Unser Klubheim bleibt bis auf weiteres geschlossen. Es besteht ein absolutes Betretungsverbot. Ausnahmen, um z.B. wichtige Unterlagen aus dem Klub zu holen, müssen bei unserem Hygienebeauftragten Manfred Stejskal beantragt werden.

Zum Tod von Claus Langmann (2)

Seniorenturnier mi Claus Langmann
Dieter Schleicher (llinks) und Claus Langmann (rechts) stehend Klaus Hadenfeldt Foto: Artur Hofmeier

Heute Erinnerungen von Claus’ Schachfreund Klaus Hadenfeldt:

Claus Langmann

Mein ältester Schachfreund, Claus Langmann, ist am 10. März von seinem Leiden erlöst worden; er ist friedlich eingeschlafen.

Wir haben uns beim ersten Klaus Junge Lehrgang 1950 kennen gelernt. Claus war damals schon Mitglied, ich wurde es erst nach dem von Secula und Heinicke geleiteten Lehrgang. Neben dem Schachspielen in Jugendmannschaften, Hamburger Mannschaftsmeisterschaften und Klubturnieren trafen wir uns auch zu Feiern (nicht nur bei den legendären Festveranstaltungen von Frau Fischer) in privaten Rahmen. Nach dem Schachspielen im schönsten Schachlokal Hamburgs, dem Cosmopolitan Club mit Blick auf die Alster, traf sich die Klicke zum Biertrinken in einem Lokal. An einem Abend war auch der größte Mäzen des Klubs, Emil Dähne, anwesend. Als wir Bier bestellen wollten, wurde uns gesagt, dass schon ein Schinkenbrot und ein Bier für uns geordert worden sei.

Claus und ich haben auch ernsthafte Turnierpartien gegeneinander gespielt. Drei davon sind mir in Erinnerung geblieben. Die erste war ein vorher abgesprochenes Remis. Vor der Kluböffentlichkeit mochten wir aber nicht gleich nach wenigen Zügen aufhören. Deswegen lernten wir eine Großmeisterpartie auswendig und schüttelten uns nach 40 Zügen die Hände. Die nächste Partie verlor ich nach zweimaliger Verlängerung (damals gab es noch Hängepartien), weil ich einen Turm einstellte.

Nachdem Claus mich wieder in den HSK zurückgeholt hatte, spielten wir im folgenden Klubturnier gleich die erste Partie gegeneinander. Claus hatte wohl die bessere Stellung erreicht, dafür aber viel Zeit gebraucht. Er geriet in Zeitnot und wir einigten uns bei unübersichtlicher Stellung auf remis. Punktgleich beendeten wir das Turnier auf den Plätzen 1 und 2.  Nach seiner Pensionierung sagte er einmal zu mir: „Du wirst doch wohl jeden Tag zwei Stunden für Schach übrig haben.“ Er nahm sich diese Zeit; ich nicht. Deswegen wurde er immer besser und ich immer schlechter.

Seniorenturnier mi Claus Langmann
Dieter Schleicher (llinks) und Claus Langmann (rechts) stehend Klaus Hadenfeldt
Foto: Artur Hofmeier

Claus war nicht nur ein guter Schachspieler, er hat auch sehr viel zum Wohle des Klubs beigetragen. So war er Schatzmeister, Schriftführer, Mannschaftsführer und Bearbeiter der Vereinschronik. In seiner Beamtenlaufbahn war er vom Inspektor zum Oberregierungsrat in der Gesundheitsbehörde aufgestiegen (meine Hochachtung, das schaffen nur wenige). Nach seiner Pensionierung zog er an die Schlei. Trotz der großen Entfernung war er noch lange Zeit Mannschaftsführer einer Stadtligamannschaft des HSK.

In  Erinnerung an frühere Zeiten hatte ich die Idee, ein „Ehemaligen Turnier“ durchzuführen. Claus fand die Idee so gut, dass er sofort bereit war, als „Turnierdirektor“ mitzumachen. Dieses Schnellschachturnier der Senioren fand viele Male mit einer Beteiligung von etwa 24 Mitspielern statt; darunter waren die ehemaligen Mitglieder, die Mitte der fünfziger Jahre zweimal deutsche Mannschaftsmeister wurden, nämlich Wolfgang Schmidt, Heinrich Langecker, Hans Mittig und Christian Clemens. Auch die früheren Vorsitzenden Wolfgang Gergs, Hans Krieger und natürlich unser Ehrenvorsitzender Christian Zickelbein waren dabei. Jetzt hat Andreas Schild das Turnier übernommen und erweitert. Es fällt es in Pandemiezeiten  leider aus.

Meine Kontakte zu Claus wurden in letzter Zeit immer weniger. Die Entfernung von Hamburg zur Schlei war für alte Männer zu groß. Ich habe Claus als kontaktfreudigen, hilfsbereiten und verlässlichen Freund kennen gelernt. Ich habe ihn sehr geschätzt. Wir werden ihn vermissen.

Klaus Hadenfeldt

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