Hamburger Schachklub von 1830 e.V.

Königlich in Fantasie und Logik

Die Corona Einschränkungen im Sport sind beendet!
Für Spieler, Gäste und Zuschauer gibt es keine Auflagen mehr!

Einen offenen Spielbetrieb auch für Gäste gibt es jeden Freitag von 18:30 – 22:00 Uhr. Wir freuen uns über alle Interessierten , die uns kennenlernen möchten. Wir bitten um Anmeldung über schachklub@hsk1830.de.

DSOL: Guter Start in die 3. Runde (1)

Gleich vier HSK Teams starteten am 22. Februar überwiegend erfolgreich in die 3. Runde der 3. DSOL, die wiederum ganz ohne technische Probleme verlief.

Den ersten Sieg des Abends feierte Gerald Deckers HSK 8 in der 7. Liga, Gruppe C im Heimspiel gegen den SV Lauf (an der Pegnitz) in Mittelfranken. Unser Team war an den Brettern 2-4 favorisiert, und hier fielen auch die ersten Entscheidungen.

Hauke Blix war allerdings am 4. Brett als Schwarzer gegen Schottisch nicht gut aus der Eröffnung gekommen. Er hatte einen Bauern verloren, und Weiß hätte einen zweiten gewinnen können, wenn er weiter aktiv gespielt, statt Schwarz Gegenspiel in der halboffenen b-Linie gegen die lange Rochade zu ermöglichen. Er blieb trotzdem etwas in Vorteil, weil Hauke auf ein Angebot, die Damen zu tauschen, annahm. Beide wickelten in ein ausgeglichenes Endspiel mit Turm, Läufer, Springer und je fünf Bauern ab. Hier ergaben sich jedoch Chancen für Hauke, weil sein Gegner es versäumte, den weit vorgerückten Freibauern d3 mit Sd2 zu blockieren, die er kombinatorisch zu entscheidendem Materialgewinn nutzte.

Auch der Gegner von Pascal Echt hielt als Schwarzer im Damengambit bis ins Endspiel hinein Ausgleich. Auch nach seiner vierzügigen Abtauschkombination, mit der er zwei Freibauern auf a6 und b7 für eine Qualität „gewann“, blieb das Endspiel Turm gegen Springer + zwei Bauern offen. Doch Schwarz schwächte freiwillig seine Bauernstruktur auf dem Königsflügel, sodass Pascal die Überlegenheit seines Turms ausspielen konnte, der nicht nur alle Bauern abräumte, sondern auch rechtzeitig zurück auf der 1. Reihe war, um die nun vorgerückten schwarzen Freibauern a2 und b4 gemeinsam mit seinem König unschädlich zu machen, während die weißen Freibauern auf die Königsflügel unaufhaltsam liefen. Nach einer Stunde führten wir mit 2:0.

Andreas Wittenberg bot daraufhin in seiner schottischen Partie als Weißer im 17. Zug in einem ausgeglichenen Endspiel Remis an, was der Gegner annahm. weil er vermutlich gegen das Läuferpaar wenig sah Chancen sah.

Danach war das Match schon entschieden, und wir konnten mit größerer Gelassenheit die schwierige Partie verfolgen, die Thore Hansen am Spitzenbrett gegen einen fast 200 DWZ-Punkte stärkeren Gegner aushalten musste. Thore hatte als Schwarzer im Spanier eine gedrückte Stellung hingenommen, und sein Gegner hatte seine Figuren gut aufgebaut. Im Prinzip war es richtig, dass Thore im 16…Zug einen riskanten Befreiungsversuch startete, doch der von ihm gewählte Vorstoß f6-f5 kostete taktisch einen Bauern und ließ Weiß seinen Raumvorteil und das überlegene Figurenspiel. Thore hätte scheinbar noch riskanter mit g7-g5 vorstoßen, zwar die eigene Rochade schwächen sollen, aber so hätte er die Initiative ergreifen und mit guten Aussichten um Ausgleich kämpfen können. In der Partie gelang das gegen das starke Spiel des Gegners nicht mehr, Weiß gewann noch zwei Bauen, und Thore gab im 3. Zug auf.

Mit dem zweiten Sieg mit 2½:1½ übernahm HSK VIII (5:1 / 7½) vorläufig die Tabellenspitze, doch die SG Porz IV und eine andere Mannschaft könnten sie nach ihren Wettkämpfen ablösen.

 

Olaf Ahrens HSK IV spielte in der 5. Liga, Gruppe C bei der SG NARVA Berlin „nach einem guten Kampf“ (Olaf) 2:2 unentschieden. „Andrés holte den dritten vollen Punkt und Zion den zweiten Punkt in Folge. Auch David und Joris haben gut gekämpft.“

Tatsächlich gewann Andrés-Mauricio Reyes-Mantilla sehr sicher. Als Schwarzer hatte er im Damengambit Druck gegen den isolierten Bd4. Als sein Gegner ihn mit dem Vorstoß 19.Se5? abschütteln wollte, hatte er eine Fesslung übersehen, und Andrés gewann eine Figur und bald auch die Partie. Dennoch bereitete mir das Match einige Sorgen.

Zion Malchereck hatte in seinem Sizilianer mit 12…d6-d5 den weißen Vorstoß 13.e4-e5 mit einem Abzugsangriff von Läufer und Dame gegen h7, ohne zu sehen, dass er wegen seines Turms in der c-Linie mit 13…Se4! statt Se8? zumindest seine Rochade hätte zusammenhalten können und nach 14.Lxe4 dxe4 15.Dxe4 gute Kompensation für den Bauern gehabt hätte. Nach 14. Lxh7+ aber brauchte Zion das Glück, dass sein Gegner im 19. Zug, überhastet angreifend, einen Bauern und die Qualität einstellte und zugleich alle realistischen Angriffschancen einbüßte.

Beim Stand von 2:0 bot Joris Raschke als Weißer im 21.Zug in einer für ihn bereits kritischen Stellung der Sizilianischen Partie Remis an, aber der Gegner musste im Hinblick auf den Stand des Wettkampfes und Joris‘ Zeitnot – er spielte nur auf seinem Inkrement von jeweils 5 Sekunden – ablehnen. Schwarz vermied jede Vereinfachung und stellte Probleme, die Joris auf die Dauer nicht mehr lösen konnte (31.Lc4 statt Lb5? bot vielleicht noch eine Chance): 2:1 nach 41 Zügen.

Zu diesem Zeitpunkt war klar, dass auch David Goldmann trotz langsamen und konzentrierten Spiels seine Partie nicht mehr halten konnte. Er hatte  die französische Verteidigung seines starken Gegners (2068) mit 2.De2 bekämpfen wollen, sodass die Stellung  Strukturen eines geschlossenen Sizilianers erhielt, in denen Schwarz das Zentrum beherrschte. David  musste bald einen rückständigen Bd3 hinnehmen, den er gegen die Herrschaft seines Gegners in der d-Linie auf Dauer nicht verteidigen konnte. Ein taktischer Versuch, das Zusammenspiel der schweren Figuren in der d-Linie durch einen Springer auf d5 zu stören, kostete schließlich die Figur: 2:2 nach 34 Zügen.

Mit dem ein wenig glücklichen, aber erkämpften 2:2 verteidigte HSK IV (5:1 / 8), nominell die Nr. 8. der Gruppe, die vorläufige Tabellenführung.

 

Alexander Pfaffenrots HSK III hatte in der 5. Liga, Gruppe D ein Heimspiel gegen die Kieler SG II, das nicht gut begann.  Johannes Blome am 2. Brett stellte als Weißer in ausgeglichener Stellung die Qualität ein, und sein Gegner ließ ihm keine Chance mehr – 0:1 nach 40 Minuten. Doch die Uhr am 3. Brett neben ihm tickte unseren Gunsten: Der Gegner von Siyuan Lu fand nicht in den Turnierraum und überschritt die Zeit – der kampflose Sieg wurde offiziell erst nach der Beendigung aller Partien eingetragen, beruhigte unser Team doch schon früher.

Am Spitzenbrett konnte Elias Mandelkow eine sizilianische Musterpartie spielen, weil Weiß den möglichen Bauernvorstoß gegen die  schwarze Rochade unterließ, sodass Elias in aller Ruhe die Dominanz in der c-Linie bekam, zunächst zwei Bauern und dann bald die Partie gewann – 2:1 nach anderthalb Stunden.

So musste die Entscheidung am 4. Brett unseres Mannschaftsführers fallen. Alexander Pfaffenrot leitete mit einem spektakulären Springeropfer eine Abtauschkombination ein, die seinen Gegner offenbar verwirrte, sodass Alexander mit zwei Bauern mehr in ein gewonnenes Endspiel abwickeln konnte. Auch als doppeltes Turmendspiele war es immer noch gewonnen gewesen, ebenso als einfaches Turmendspiel, auch mit zwei Freibauern auf f3 und g3, vom König unterstützt, wäre der Sieg möglich gewesen. Doch in den letzten beiden Phasen setzte Alexander zweimal auf den falschen Freibauern. Beim ersten Mal ließ der Weiße seine Remischance aus, aber nach 66…g2? ergriff er sie: 67. Ke4! gewinnt den f-Bauern, der bei 66…Kg2! nicht zu halten gewesen wäre, und der Turm opfert dann sich für den g-Bauern: Remis. Aber dennoch war der Teamchef der Matchwinner!

Das 2½:1½ brachte HSK III (+1 =2) für einen Tag die Tabellenspitze, die inzwischen allerdings der SCV Weiße Dame Borbeck (+2 =1) einnimmt.

 

Das längste und beste Match des Spieltages lieferte Johann Sanders HSK II mit einem 3½:½-Sieg gegen den durchaus ebenbürtigen SC Geseke (NRW). Das hohe Ergebnis musste in harten und anspruchsvollen Partien erst erspielt werden.

Am 4. Brett eroberte Alexander Krüger im 15.Zug den isolierten Bd4 des Weißen und schließlich beim Übergang ins Turmendspiel im 40. Zug einen zweiten Bauern. Hier war noch Endspielarbeit leisten, aber einem Schüler von Big Greek vertrauten wir voll.

Die Partie von Valentin Genov gegen Albins Gegengambit hatte einen ganz anderen Charakter. Die beiden Kontrahenten gingen scharf aufeinander los, aber als Valentin im 17.Zug zur Rochade kam, wurde sein Vorteil deutlicher. Die schwarze Rochade im 27.Zug half nicht mehr, Schwarz drohte zwar noch einmal Matt, aber Valentin hatte so viel Material gewonnen, dass er beim Damentausch eine Figur zurückgeben konnte und Schwarz aufgab. 1:0 – und das 2:0 (s.o.) zählten wir fast schon mit.

Jamshid Atri spielte am Spitzenbrett bei seinem ersten Einsatz für HSK II wie immer eine starke Partie. Weiß hatte in der Eröffnung à la Diemer einen Bauern geopfert und etwas Kompensation. Jamshid musste genau spielen. Er wagte es sogar, seinen Rochadeläufer g7 gegen einen starken Se5 zu tauschen. Mit dem Damentausch entschärfte er die Stellung und erreichte ein Turmendspiel, das Weiß wohl hätte halten können, aber Jamshid spielte genauer und gewann zum 2:0. Wenig später gewann auch Alexander sein Turmendspiel zum 3:0.

Am 2. Brett hatte Felix Kort als Weißer eine spannende königsindische Partie. Nachdem sein origineller Angriffsplan auf dem Königsflügel (mit Tg1, Sg3-h1) missglückt war und Schwarz die Damen getauscht hatte, wurde er auf dem Damenflügel aktiv und hätte wohl mit einem Bauernopfer auf c6 Ausgleixch durch starkes Figurenspiel erreicht. Er tauschte jedoch auf d6 und öffnete die c-Linie, wonach Schwarz mit seinem Läuferpaar das klar bessere Spiel hatte, aber Schwarz tauschte beide Türme und schließlich aus den Lg7. Offenbar glaubte er mit seinem verbleibenden weißen Läufer die weiße Bauernkette f3-d5 angreifen zu können, während der entsprechende weiße Läufer im Angriffssinn chancenlos war. Aber konnte verteidigen! Und so hielt Felix trotz knapper Zeit durch exaktes Spiel das Remis und machte den hohen Sieg perfekt.

Nach ihrem dritten Sieg führt HSK II (6 / 9) in der 3.Liga, Gruppe D vor der SG Porz II (4 / 8½).

 

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