Hamburger Schachklub von 1830 e.V.

Königlich in Fantasie und Logik

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Hamburger Jugendeinzelmeisterschaften 2020

v.l.n.r. Bahne Fuhrmann, Tom Frederic Woelk, Lennart Meyling, Florian Popist
v.l.n.r. Bahne Fuhrmann, Tom Frederic Woelk, Lennart Meyling, Florian Popist Fotografin: Sarah Heerwaldt

7. – 15. März in Schönhagen

Aus der Sicht von Tom Wolfram

Jedes Jahr startet für mich in der zweiten Märzferienwoche mein Highlight des Jahres: natürlich die Endrunde in Schönhagen.

Bei der Endrunde handelt es sich um die Austragung der Hamburger Jugend Einzelmeisterschaft (HJEM). Sie ist für viele junge Schachspieler, wie auch für mich, ein Highlight des Jahres und verspricht jedes Jahr acht volle Tage extrem viel Spiel und Spaß. Es geht eine Woche im Jahr (fast) nur um Schach, also eine perfekte Woche.

Das Turnier steht natürlich im Vordergrund, dennoch wird für viel Abwechslung auf gesorgt. Einmal auf der Endrunde gewesen, möchte man direkt nächstes Jahr wieder dabei sein, um das unvergessliche Erlebnis erneut zu genießen. Das motiviert sehr, Schach zu trainieren!

Und wenn mal kein Schach gespielt wird, gibt es viele tolle andere Möglichkeiten, sich mit seinen Freunden die Zeit zu vertreiben. In der Jugendherberge in Schönhagen gibt es einen riesigen Fußballplatz, wo man sich nach anstrengenden Partien super auspowern kann. Für einen ruhigen Spaziergang am Wasser, ist der Ostseestrand nur 5 Minuten entfernt. Außerdem finden zu den freien Zeiten diverse Angebote statt, die zum Mitmachen einladen.

Für mich war es dieses Jahr meine neunte Endrunde und meine erste als Leiter. Das war eine völlig neue Erfahrung für mich. Es war sehr interessant mitzuerleben, wie es hinter den Kulissen aussieht. Als Teilnehmer denkt man sich nicht viel dabei, man kommt einfach nach Schönhagen und alles ist für einen vorbereitet und man kann sich ganz entspannt auf sein Turnier konzentrieren.

Als Leiter ist es wiederum genau umgekehrt. Wenn die Kinder spielen, kann man ein bisschen entspannen und bei den Kindern zuschauen oder sich kurz zurückziehen, aber dafür ist man außerhalb der Spielzeit ständig in Aktion. Dies geschieht in den unterschiedlichsten Bereichen. Es gilt, die Kinder auf die anstehenden Partien vorzubereiten und nach der Partie mit den Kindern anzuschauen, was gut lief und was sie für ihre nächste Partie verbessern können.

Die Endrunde beginnt immer mit dem Treffen an der Moorweide. Es macht großen Spaß, alle Freunde aus den vergangenen Jahren wiederzusehen. Die Kinder verabschieden sich von ihren Eltern und steigen in den Bus ein. Im Bus wird bereits die erste Zeitung verteilt, die etwas ganz Besonderes für die Kinder ist. Die Zeitung besteht am Anfang immer aus vielen Berichten über die Endrunde, sie enthält die Paarungen der ersten Runde, diverse Taktikaufgaben und auch die Steckbriefe der Leiter. Diese lesen die Kinder dann immer gespannt schon im Bus durch und erfahren ganz nebenbei, mit wem sie in einem Zimmer sind.

Nach der Ankunft in Schönhagen geht es erstmal auf die Zimmer und anschließend zum Mittagessen. Danach beginnt für die Kinder zusammen mit ihrem Trainer die Vorbereitung auf die Partien der ersten Runde. Ich habe mit meinen Kids vor allem die Eröffnungen überprüft.

Gegen 14:30 treffen sich alle im Turniersaal. Zuerst stellen sich die Leiter und die Turnierleiter noch einmal persönlich vor. Danach geht es endlich los! Während die Kinder spielen, heißt es für mich erst einmal: Durchatmen!

Nach der Partie geht es direkt in den Analyseraum, weil man aus jeder Partie etwas lernen kann und nicht gleich in der nächsten Partie die gleichen Fehler machen sollte. Auf jeder Endrunde ist dafür gesorgt, dass starke Trainer dabei sind.

Nach dem Abendessen beginnt gegen 19:30 Uhr die erste gemeinsame Veranstaltung. Am ersten Abend sind das natürlich die Kennlernspiele. Da in jeder Endrunde neue Kinder hinzukommen, sind die Kennlernspiele sehr wichtig. An den folgenden Abenden finden natürlich noch andere Aktionen, wie zum Beispiel ein Tandemturnier oder Ansageschach, statt.

Die Gewinner werden am letzten gemeinsamen Abend, bei der Abschlussshow geehrt und bekommen einen kleinen Preis. Nach der Abendveranstaltung müssen die jüngsten Kinder leider schon ins Bett. Für die etwas Älteren findet vielleicht noch eine Werwolf Runde statt oder es wird ein bisschen „Sing-Star“ gespielt. Damit geht der erste Abend langsam zu Ende.

Die ganze Woche geht es dann mit diesem ungefähren Zeitplan weiter, aber natürlich mit jeder Menge Abwechslung. Ab dem zweiten Tag finden auch Vormittagsangebote statt.

Jeden Morgen gibt es um 8:00 Uhr ein leckeres Frühstück. Anschließend bereiten sich die Kinder wieder auf ihre Gegner vor. Während der Runden hat jeder seinen eigenen Tisch, damit man sich auch gut konzentrieren kann. Am Anfang der Partie schauen alle Trainer gespannt zu, ob ihre Vorbereitung aufs Brett gekommen ist. Die meisten Trainer gehen danach zum Leitertreffen und die anderen machen sich bereit, Äpfel für die Kinder zu schneiden, als kleinen Snack zwischendurch.

Während alle Kinder wieder ihre Partien spielen, schreiben manche Leiter an der neuen Zeitung, die abends fertig muss. Neben der Auslosung gibt es jeden Tag darin neue spannende Berichte für die Kinder oder Analysen von Partien aus ihrer Altersklasse. Da die Zeitung jeden Tag ins Internet kommt, können alle Eltern zu Hause genau verfolgen, wie gut ihre Kinder spielen und sich ein paar Fotos ihrer Kinder anschauen.

Die Endrunde ist für jedes Kind ein außergewöhnliches Erlebnis, das sie so schnell nicht wieder vergessen werden. Sie trainieren motiviert, um sich das nächste Jahr wieder für die Endrunde zu qualifizieren.

Einmal im Jahr, eine Woche im März, das ist die HJEM in Schönhagen. Es ist eine Reise, die am letzten Abend mit der Siegerehrung und den neuen Hamburger Meistern, ein schönes Ende findet. Während der gesamten Reise werden viele Fotos gemacht, die auf der Abschlussshow gezeigt werden, was meist ziemlich lustig wird. Die Fotos sind zum einen ein Rückblick auf eine wunderbare gemeinsame Zeit und zum anderen Vorfreude auf das nächste Jahr.

Ergebnisse:                                                                           

U12

Arthur Krüger | Foto: Sarah Heerwaldt (HSJB)

Arthur Krüger (HSK) landete nach einem super Turnier und keiner verlorenen Partie verdient auf dem ersten Platz. Einen Punkt dahinter waren Alissa Wartenberg (HSK) und Mika Dorendorf (HSK), wobei Alissa mit besserer Feinwertung auf dem zweiten Platz landete.

U14

Bahne Fuhrmann (HSK) wurde Hamburger Meister mit einem halben Punkt Vorsprung auf Da Hou (HSK), der den zweiten Platz belegte. Der Drittplatzierte, Valentin Genov (HSK), kommt wie die ersten beiden auch vom Hamburger SK.

U16

Hamburger Meister wurde Florian Popist vom SK Weisse Dame, dicht gefolgt von Elias Mandelkow (HSK) auf dem zweiten Platz mit einem halben Punkt Vorsprung auf Benjamin Burgdorf, der für Blankenese spielt.

U18

Hier heben sich zwei Spieler von den anderen ab, den ersten Platz erreichte Lennart Meyling (HSK) und den zweiten Platz Clemens Mix (Schachfreunde Hamburg). Auf dem dritten Platz, zwei Punkte dahinter, hat es Tzun Hong Foo (HSK) in der Endabrechnung geschafft.

U20

Es war ein sehr enges, hart umkämpftes Rennen an der Spitze, dennoch hat sich am Ende Tom-Frederic Woelk (HSK) durchgesetzt und ist Hamburger Meister geworden. Knapp dahinter rangiert Henning Holinka (HSK) auf den zweiten Platz. Mit nur einem halben Punkt weniger wird Jakob Weihrauch (HSK) Dritter.

Herzlichen Glückwunsch an alle Hamburger Meister und an die Platzierten!

[Event "Endrunde 2020"] [Site "?"] [Date "2020.03.09"] [Round "3"] [White "Woelk, Tom"] [Black "Weihrauch , Jakob"] [Result "1-0"] [ECO "E20"] [WhiteElo "2200"] [BlackElo "2174"] [Annotator "Tom Wolfram"] [PlyCount "113"] [EventDate "2020.03.09"] [SourceDate "2020.05.04"] 1. d4 Nf6 2. c4 e6 3. Nc3 Bb4 4. f3 {Die schärfste Fortsetzung gegen Nimzo-Indisch, die gleichzeitig komplexe Partien verspricht. Dies bot sich für mich an, da ich gewinnen musste um zu Jakob, der bis dahin beide Partien gewonnen hatte, aufzuschließen.} c5 5. d5 b5 6. e4 bxc4 7. Bxc4 exd5 8. Bxd5 Nxd5 9. Qxd5 Nc6 10. Nge2 O-O {Bis hierhin schon oft gespielt. Die weiße Bauernstruktur ist besser, weil Weiß eine Bauerninsel weniger hat, dafür bieten sich für Schwarz viele dynamische Möglichkeiten, oft ist das Feld d4 für den Springer eine reizvolle Option. Es ist eine scharfe Stellung, die eine spannende Partie verspricht!} 11. Kf2 $6 {Eine fragwürdige Neuerung, der König steht nach dem Hauptzug 0-0 sicherer auf g1.} (11. O-O Rb8 12. Bf4 $14 { [%cal Yf4d6]}) 11... Ba6 12. Be3 (12. a3 Ba5 13. Rd1) 12... Qh4+ $2 {schwächt meine Königsstellung und will meinen 11. Zug bestrafen, verliert aber zu viel Zeit. Besser wäre es gewesen, erst die anderen Figuren auf sinnvolle Felder zu bringen.} (12... Re8 13. Rhd1 Ne5 14. Bf4 Bc4 15. Qd2 $13) 13. g3 $6 {Ich muss meinen König überhaupt nicht schwächen!} (13. Ng3 $1 Qf6 14. Rhd1 Ne5 15. Nf5 $14) 13... Qf6 14. Bg5 Qe5 (14... Qe6 {Ist besser, weil mein Läufer nun nicht mit Tempo nach d6 kommt, von wo aus er unangenehm in die schwarze Stellung reinstrahlt.}) 15. Bf4 $5 Qe6 16. Bd6 Rfe8 17. Nf4 Qf6 18. Rac1 Qd4+ $2 {führt nach Vereinfachungen zu einem für Weiß vorteilhaftem Endspiel. Da die Bauernstruktur Weiss klar favorisiert, sollte Schwarz seine Chancen im figurenreichen Mittelspiel suchen.} 19. Qxd4 Nxd4 $2 (19... cxd4 20. Bxb4 Nxb4 21. Ncd5 Nxd5 22. Nxd5 {Zwar auch ein Endspiel, in dem Weiß sehr lange kneten kann, dafür aber besser als die Partiefortsetzung.}) 20. Ncd5 Bd2 21. Rxc5 Bxf4 22. gxf4 $5 {lässt die Leichtfiguren auf Ihren idealen Feldern stehen. Besonders nervig für Schwarz ist, dass kein Turm über b8 ins Spiel kommt.} Nb5 23. Nb4 Re6 24. Nxa6 Rxd6 25. Rxb5 Rxa6 26. Rd1 Rxa2 27. Rxd7 g6 28. Rbb7 a5 29. Kg3 h5 (29... Rf8 $142) 30. Kh4 $2 (30. e5 $1 Rf8 31. e6 $18) 30... a4 31. Rxf7 Rxb2 32. Rg7+ Kf8 33. Rbc7 $6 {Die Stellung ist zwar immer noch gewonnen, dennoch spielte ich nicht die überzeugendste Fortsetzung.} (33. Rbf7+ Ke8 34. Rc7 Kf8 35. Kg5 Rc2 36. Rcf7+ Ke8 37. Rb7 Kf8 38. Rh7 Kg8 39. Rbg7+ Kf8 40. Kh6 $18) 33... a3 34. Rh7 g5+ 35. fxg5 Kg8 36. Rcg7+ Kf8 37. Rh8+ Kxg7 38. Rxa8 Rxh2+ 39. Kg3 Ra2 40. f4 Ra1 41. f5 a2 42. Kh2 Re1 43. Rxa2 $4 { Es war wichtig, zuerst das Schach zu geben. Nach dem sofortigen Schlagen ist die Stellung laut Computer Remis.} (43. Ra7+) 43... Rxe4 44. Ra7+ Kg8 45. g6 Rf4 (45... Rg4 $3 {Der König darf nicht ins Spiel kommen; nach der von jakob gewählten Zuugfolge schafft er das.} 46. Kh3 Rf4 47. Rf7 Rg4 $11 {Diese Stellung wäre für Weiß gewonnen, wenn Schwarz am Zug ist. Da ich das aber nicht bewerkstelligen kann, ist die Stellung total ausgeglichen.}) 46. Rf7 Rg4 47. Kh3 Rf4 48. Kg3 Ra4 49. Rh7 Rg4+ 50. Kf3 Rg1 51. Kf4 {Der König schreitet nach vorne und entscheidet die Partie.} Rf1+ 52. Kg5 Rg1+ 53. Kf6 Ra1 54. Rb7 Ra6+ 55. Kg5 Ra5 56. Kh6 Ra8 57. f6 1-0

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