Hamburger Schachklub von 1830 e.V.

Königlich in Fantasie und Logik

Offener Spielbetrieb, auch für Gäste zum Reinschnuppern in den Klub: Jeweils Dienstag & Freitag von 19:00 – 22:00 Uhr bieten wir einen offenen Spielabend an! Wir freuen uns über alle Interessierten, die uns kennenlernen möchten. Wir bitten um Anmeldung über schachklub@hsk1830.de.

HMM 2026, Stadtliga A: Pinneberger SC 1 versus HSK 8 – Holpriger Start in der Stadtliga

Wenn der beste aller Captains bei der Parkplatzsuche verkehrt herum in eine Einbahnstraße hineinfährt, so kann dies zweierlei bedeuten: Entweder handelt es sich um einen seiner feinen Winkelzüge (, der für sich echauffierende Pinneberger gleich mal so gar nicht zu durchschauen war) oder… etwas läuft schief.

Auf unseren ersten Auftritt in der Stadtliga, wo wir nach dem Aufstieg in der vergangenen Saison jetzt als HSK 8 firmieren, trifft irgendwie beides zu.

Unser Match aus Runde 1 war witterungsbedingt verschoben worden. Der Auftakt zu Runde 2 bestand zunächst aus der Suche nach hinreichend großen Lücken für unser Auto, eine Hürde, mit der „Downtown Pinneberg“ weitere Teammitglieder an diesem nicht weniger kalten und strengen Winterabend zu kämpfen hatten. Tatsächlich hätten wir uns mehr Zeit dafür lassen können, denn, wie wir bei Ankunft am Spiellokal feststellten, kämpften unsere Gastgeber noch mit den Schachuhren. Die neue HMM-Saison besticht durch ein alternatives Zeitformat, und das wollte sich partout nicht einstellen lassen, zumindest nicht auf den Pinneberger Uhren. Dieser Eindruck muss so nachhaltig gewesen sein, dass der gegnerische Mannschaftsführer es bei seinem Willkommensgruß gleich drei Mal erwähnte. Und wieder zeigte sich die Genialität unseres Captains: Während Pinneberg noch drückte und fluchte, fluchte und drückte, wusste er diese Verzögerung gewinnbringend zu nutzen und rettete unsere Aufstellung. Beim Ausfüllen der Match-Karten war ihm aufgefallen, dass unser „Rückkehrer“ Elvin nicht auf den Seiten des Verbandes gelistet war. Ein Anruf bei der Klubleitung brachte keine Klarheit, vom Verband war niemand zu erreichen. Um kein unnötiges Risiko einzugehen, wechselte Sebastian daher kurzerhand Elvin aus… und sich selbst an Brett 5 ein!

Pars pro toto bedeutet, dass ein Teil für das Ganze steht: Wenn also diese umständliche Hinführung bereits die ersten Leser:innen hat „leicht nervös“ werden lassen, so ist es gelungen, unseren „holprigen Start“ erfahrbar zu machen. – Zwar besteht kein ursächlicher Zusammenhang, doch war auch der weitere Spieltag von Dissonanzen geprägt. Irgendwie war keiner von uns am Ende mit seiner Partie so recht zufrieden, nicht einmal an den Brettern, an denen wir gewonnen hatten. Zum Verlauf:

Der erste Punkt des Abends geht an uns. Ivan, einer unserer beiden aufstrebenden Youngster, ist eine Bank. An seinem Brett 2 bringt er das Ding nach Hause.

Der entscheidende Moment an Brett 2: Auf 15. La5 setzt Ivans Gegner mit 15. …0-0 fort. Warum ist die Rochade hier ein Fehler?

Leider verliert kurz darauf Eric, der heute bei uns an Brett 6 aushilft – neuer Score: 1:1. Simon, ebenfalls aus unserem Schwesterteam HSK 13 (und in der Aufstiegssaison 2025 einer unserer Leistungsträger!), stellt kurz darauf an Brett 7 auf 2:1.

Simon bringt mit 17. Te3 eine Schwerfigur in Stellung. Wie widerlegt er die Reaktion seines Gegenübers, der mit 17. …h6 versucht, Simons Läufer zu vertreiben?

Als gegen 22 Uhr zunächst ich und kurz darauf unser zweiter Youngster Davyd an den Brettern 4 und 3 verlieren, liegen wir erstmalig hinten. Und leider wird sich daran bis zum Ende des Wettkampfs nichts mehr ändern: Samuel einigt sich in einem Leichtfigurenendspiel mit jeweils sechs Bauern auf beiden Seiten an Brett 1 mit seinem Gegner auf Remis. Auch Kai, der heute an Brett 8 bei uns aushilft, sieht keine Möglichkeit mehr: Er hat die Qualität gegeben und dafür einen Freibauern erhalten. Doch es geht nicht weiter, und so nimmt er das Remisangebot seines Gegners an.

Nach 25. Sf1 sieht Kai seinen Turm in Bedrängnis und entschließt sich, mit 25. …Txd3 die Qualität zu geben. (Der Computer empfiehlt hier: 25. …Sh5 (mit Ausgleich), doch die weitere Fortsetzung ist alles andere als einfach zu sehen.)
Nach 26. Txd3 – Lf5, 27. Tdd1 – d3 und 28. Te1 steht Weiß objektiv besser, und Kai nimmt das beschriebene Remisangebot an.

Sebastian an Brett 5 freut sich sichtlich über seinen unverhofften Einsatz und spielt am längsten. Beide Kontrahenten haben die Damen noch auf dem Brett sowie einige Leichtfiguren, allerdings stehen die Heere stark ineinander verkeilt. Keiner der beiden möchte mehr etwas wagen, was ihm gegebenenfalls noch zum Nachteil gereichen könnte – Remis. Wir haben mit 3,5:4,5 Punkten verloren.

Was nehmen wir aus diesem Wettkampf mit? Einerseits die große Freude über die Geburt von Elvins zweiter Tochter: Melissa. Herzlichen Glückwunsch erneut an dieser Stelle! Zum anderen die Bestätigung, dass es für uns als Aufsteiger wohl die erwartet schwere Saison werden wird. Zugleich belegt das knappe Ergebnis, dass wir uns in der Stadtliga behaupten können. Und das wollen wir auch.

Neueste Beiträge