Hamburger Schachklub von 1830 e.V.

Königlich in Fantasie und Logik

Da müssen wir durch. Vom 2. bis zum 30. November schließen wir unser Klubheim wieder. Es besteht ein absolutes Betretungsverbot. Ausnahmen, um z.B. wichtige Unterlagen aus dem Klub zu holen, müssen bei unserem Hygienebeauftragten Manfred Stejskal beantragt werden.

HSK IV: Anschluss ans Mittelfeld der Landesliga!

Daniel Grötzbach und Thore Posske | Foto: Eva Maria Zickelbein
Daniel Grötzbach und Thore Posske | Foto: Eva Maria Zickelbein

Im Bauer-Verlag traten wir in der sechsten Runde gegen Schachfreunde II an: Jubelnd konnten wir ein Comeback feiern, denn Daniel Grötzbach konnte nach seiner Zeit in Athen endlich wieder angreifen und kam am sechsten Brett gegen Fritz Fegebank zum Einsatz! Die Berichterstatterin, noch am Vortag für Helge Colpe ins Team gerückt, verbrachte einen ruhigen Vormittag, denn ihr Gegner Tino Paulsen erschien nicht, so dass wir schon nach einer Stunde mit 1:0 in Führung lagen.

Das gab mir natürlich noch besser als sonst die Gelegenheit, das Geschehen auf den Brettern zu verfolgen.

Relativ frühzeitig einigte man sich am siebten Brett auf eine Punkteteilung: Sergius Kirsch spielte als Weißer gegen einen Holländer von Gerrit Oelmeyer und die Stellung befand sich immer im Gleichgewicht. Ebenfalls mit Stonewall-ähnlichen Strukturen hatte sich Oliver Frackowiak am zweiten Brett mit Schwarz gegen Jürgen Dietz auseinanderzusetzen. Die Damen wurden früh getauscht und man neutralisierte sich gegenseitig, also auch hier Remis. Es folgte, ebenfalls in einem Holländer, Bernhard Jürgens gegen Martin Zimmermann, so dass es noch vor der ersten Zeitnot 2,5:1,5 für das Weiße Ballett stand.

Und zuversichtlich blickten wir denn auch auf die verbleibenden Bretter: Sehr souverän fuhr David Meier einen vollen Punkt ein! Er spielte eine aktive und doch ruhige Partie gegen Clemens Mix, ein starkes Jugendtalent der Schachfreunde, einfach positionell bärenstark:

In dieser Stellung spielte er 22. g4! Und die schwarze Stellung (ein Bauer war ja vorher schon weggeflogen) fällt endgültig zusammen: Der Stützpunkt auf e4 wird aufgeweicht, und es öffnen sich weitere Linien.

Damit hatten wir schon 3½ Punkte gesammelt. Und es ging an der hinteren Mittelachse an den Brettern fünf und sechs weiter:

Daniel Grötzbach und Thore Posske | Foto: Eva Maria Zickelbein

 
Hier zwar noch im Anfangsstadium der Partien, aber Daniel Grötzbach und Thore Posske erwischten beide einen guten Sonntag! In einem geschlossenen Sizilianer stellte sich Daniel sehr flexibel auf und spielte im richtigen Moment selbst f5. Fritz Fegebank konnte mit immer knapper werdender Zeit dem Druck nicht mehr standhalten und verlor eine Qualität. Der Rest war Technik und Daniel brachte den Vorteil sicher zum 4½:1½ nach Hause! Also ein perfektes Comeback zum richtigen Zeitpunkt, Grötzi!

Am Nebenbrett spielte Thore Posske mal wieder eine unkonventionelle Partie, in der Oliver Steinmetz gut dagegenhielt. Bei schlechtem Zwischenstand lehnte der Schachfreund dann auch Remis ab, doch schließlich behielt Thore in hochgradiger Zeitnot beider Parteien und total chaotischer Stellung den besseren Überblick: 5½:1½!

Am Spitzenbrett gab es dann noch das Duell zweier Youngsters zu bewundern: Jakob Weihrauch erlangte als Weißer gegen Jonas Simon Gremmels Caro-Kann relativ schnell Vorteil, gewann auch eine Qualität, hatte jedoch gegen das starke schwarze Zentrum und mit eigenem Entwicklungsnachteil zu kämpfen, so dass man der Engine nicht immer glauben darf.

David Meier und Jakob Weihrauch | Foto: Eva Maria Zickelbein

 
In dieser Stellung hatte sich Jakob gerade nach einer Opferkombination auf h8 eine neue Dame geholt. Wenn Schwarz jetzt 35. …e5 oder 35. …d3 gefunden hätte, wäre die Stellung ausgeglichen gewesen. Der Partiezug Txc2?, schon in großer Zeitnot gespielt, verliert nach Dg7+ oder auch Df6+ sofort. Mit diesem etwas glücklichen Sieg setzte Jakob den Schlusspunkt zu einem etwas zu hohen, uns aber natürlich sehr erleichternden 6½:1½ Auswärtssieg!

Diese wichtigen Punkte katapultieren uns auf den sechsten Platz der Tabelle und wir können mit Fug und Recht sagen: das Weiße Ballett lebt! Und am 1. März wird die HSK-Hölle brennen im wichtigen Duell mit unseren Freunden von Union Eimsbüttel, die bisher noch unglücklicher als wir agiert haben und zurzeit auf dem letzten Platz stehen. Vorsicht ist also geboten, denn in den letzten Jahren war dieser Kampf oft genug ein Spitzenduell in der Landesliga!


Tabelle nach Runde 6:

Mannschaft Sp MP BP BW
1. SK Johanneum Eppendorf 6 12 34½ 158½
2. FC St. Pauli III 6 10 28 117½
3. FC St. Pauli II 6 8 30 131½
4. SK Marmstorf 6 6 26½ 119½
5. TV Fischbek 6 6 23 107½
6. Hamburger SK IV 6 4 22 100
7. SC Königsspringer II 6 4 20   84½
8. SK Weisse Dame 6 4 19½   88
9. Schachfreunde II 6 4 18   87½
10. SK Union Eimsbüttel 6 2 18½   85½

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