Hamburger Schachklub von 1830 e.V.

Königlich in Fantasie und Logik

Das Vereinsleben läuft langsam wieder an. In unserem HSK-Schachzentrum bieten wir an: Montag (ab 5.10.) 19.00 – 21.00 freie Partien und Training für Senioren, Mittwoch 10.00 – 12.00 freie Partien und Training für Senioren, Donnerstag 19.00 – 21.00 Training für Erwachsene und ältere Jugendliche, Freitag 18.00 – 22.00 freie Partien. Für Jugendliche diverse Trainingsgruppen an verschiedenen Wochentagen. Weitere Informationen unter den Reitern Aktuelles, Training und Termine. Nachfragen unter schachklub@hsk1830.de. Genaue Bedingungen hier.

Christoph-Engelbert-Gedenkturniere Runde 5

Ein großmeisterlicher Tag im GM-Turnier war die fünfte Runde. Alle GMs gewannen ihre Partien, während Luis sein Remis gegen Georgios mit einem lachenden und einem weinenden Auge betrachten wird. Im IM-Turnier zieht Matze weiter seine Kreise und konnte seinen Vorsprung auf den Rest des Feldes sogar noch vergrößern.

IM-Turnier
Matze nahm sich nach seinem Remis in der erste Runde gegen Zigurds dessen Rat zu Herzen und wählte gegen Martin die moderne Verteidigung a la Tiger.
Er kam in ein Endspiel in dem er einen Bauer mehr hatte und immer noch seinen starken schwarzfeldrigen Läufer.

Gerade hat Martin auf a5 den Bauer zurück gewonnen, doch nach Kb6! Hatte der Springer keine Felder mehr. Kurz später folgte die Aufgabe.

Julian holte gegen Zigurds eine ganze Menge gegen dessen Sizlianer aus der Eröffnung heraus.

Als ich jedoch die Partie eingab und hier den nächsten schwarzen Zug las, musste ich kurz die Analyse der beiden unterbrechen um sicher zu gehen, dass beide hier nicht den selben Zug falsch aufgeschrieben haben. Normalerweise würde man meinen, dass hier ein Zug wie Tb8, b5 oder Tg6 in Frage kommt. Der kreative Lette wollte von all dem nicht wissen und entkorkte in der Diagrammstellung Kd7 ?!?! Die Partie endete Remis, für mich wird dies der Zug des Turniers sein.

Tom kam gegen Hannes nicht wirklich in die Partie. Nie kam er auch nur in die Nähe eines Vorteils und sah sich früh eines Bauernsturms am Damenflügel gegenüber.

Hier hätte Tom kämpfen können, indem er mit Lf3 Schwarz davon abhält e5 zu spielen. Nach Tc1 in der Partie folgte e5 und Hannes hatte einen großen Vorteil den er zum ganzen Punkt verwertete.

Hier dachte Arne gegen den immer kreativen Jens-Ove mit La7 den Turm ordentlich einheizen zu können. Doch nach den Zwischenzug Sd8!! Geht die ganze weiße Idee den Turm zu nerven nicht und Schwarz hat eine gewonnene Stellung. Stattdessen hätte Weiß hier Sb6 spielen sollen um die Stellung im Gleichgewicht zu halten. Arne verlor eine weitere ärgerliche Partie.

Guilherme hat schon einige sehr gute Stellungen vergeben, diesmal war Fortuna auf seiner Seite. In seiner Partie gegen Eelke kam er schnell ins Hintertreffen.

Hier hätte Schwarz mit Df8 laut Engine eine +9-Stellung auf seiner Seite gehabt. Doch er wählte Tc5, auch kein unlogischer Zug. Aus dem Nichts muss da Sxd6 für Eelke gekommen sein. Txc6 funktioniert nicht wegen Df7+ gefolgt von Se8 und das Matt auf g7 bzw. f8 mit der Dame ist nicht mehr zu parieren. Eelke rettete sich noch ins Remis, doch zwischendurch hatte er sich bestimmt mehr erhofft.

Matze führt mit unglaublichen 4,5 aus 5 Punkten vor dem Rest des Feldes. Wer wird sich als sein Jäger anbieten?

GM-Turnier
In dieser Stellung vereinbarten Dirk und Malte das Remis

Aus meiner Sicht hätte Schwarz hier nach Lxd5 durchaus noch weiter spielen können. Er hat die Mehrheit im Zentrum und das Läuferpaar. Und so lange der b4 nicht zu sehr unter Druck gerät hält er sehr effizient die beiden Dameflügelbauern des Anziehenden auf.

Für Jari läuft es weiterhin nicht rund. In Runde 5 traf er mit den weißen Steinen auf Sipke. Dieser schien sich für die Taktik des Nicht-Überlegen entschieden zu haben und erreichte diese Stellung.

Der letzte Zug von Weiß war a4. Ein typischer Zug bei dem man denkt, den wird er schon nicht schlagen können. Doch er kann und er tat das auch und klammerte sich so lange an dem Bauer fest bis er ihn in einen anderen gewinnbringenden Vorteil transformieren konnte.

Just als ich die Partie von Luis und Georgios kommentieren wollte, kommt doch der Endspielgott himself GM Karsten Müller ins Büro.

Ich zeigte ihm die Endstellung in der die beiden Spieler, Georgios mit Weiß, Remis machten. Nur kurz brauchte er um zu verstehen, dass nach Kc5, was der letzte Partiezug war, Ka4 Kc4 Le4 Weiß gewinnen wird. Eine verpasste Chance für Georgios, allerdings ist diese Idee bei wenig Zeit schwer zu sehen. Sipke jedoch konnte diese Stellung sofort zuordnen, er hatte „seinen Müller“ gelesen.

Spartak sah keinen Stich gegen Eduardas. Stück für Stück verschlechterte sich die schwarze Stellung

Hier spielte Eduardas stark Ta3 und integrierte die letzte Figur in den Angriff. Wenig später gab Spartak auf und muss aufpassen, dass er in diesem Turnier nicht unter die Räder kommt.

Lubomir gewann mit den schwarzen Steinen gegen Felix in einer hochinteressanten Partie.

Hier spielte Lubo Txc3! Gefolgt von Sxe4. Objektiv steht Weiß wohl nicht schlechter, aber die Stellung ist sehr unangenehm zu spielen. Nach einem großen Kampf gewann Lubomir und kam ins Büro mit dem Ausspruch „jetzt wird das Turnier keine Katastrophe mehr“.

Luis und Sipke führen das Turnier mit 4 Punkten an, gefolgt von Lubo mit 3,5 Punkten.

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