Hamburger Schachklub von 1830 e.V.

Königlich in Fantasie und Logik

Da müssen wir durch. Vom 2. bis zum 30. November schließen wir unser Klubheim wieder. Es besteht ein absolutes Betretungsverbot. Ausnahmen, um z.B. wichtige Unterlagen aus dem Klub zu holen, müssen bei unserem Hygienebeauftragten Manfred Stejskal beantragt werden.

Fischbek 4 – HSK 19: Unser Held heißt Tim

Was für eine Überschrift, aber diesmal hat es Tim wirklich verdient, herausgehoben zu werden. Freitag Abend haben wir uns aufgemacht nach Neugraben zu unserem ersten Auswärtswettkampf bei Fischbek IV. Alle finden pünktlich das Spiellokal. Heute sollten wir auch gegen zwei gute alte Bekannte antreten: Jürgen Kohlstädt und Bernd Grube. Wir freuten uns darauf.

Alles begann wunderbar für uns. Schon nach einer Stunde hatte Michael Schönherr mit Schwarz am vierten Brett gegen Klaus Duewel gewonnen. Eine typische Michael-Partie. Material spielt überhaupt keine Rolle, Hauptsache er kann ordentlich angreifen. Schon früh in der Eröffnung verlor Michael eine Figur, auf den ersten Blick ohne Kompensation. Aber, wie gesagt, das zählt für Michael nicht. Mit den vielen verbliebenen Figuren stürmte er mit Schwarz gegen den weißen König. Klaus wählte nicht immer den besten Zug und schon gab es kein Mittel mehr gegen den Mattangriff: Wir führten 1:0.

Am ersten Brett hatte ich es mit Weiß gegen Manfred Ottow zu tun. Ich ahnte, dass er Sizilianisch spielen würde und davor hatte ich in den letzten Jahren so viel Respekt, dass ich zu 1.f4 geschwenkt war. Im letzten Klubturnier habe ich damit aber nur verloren und mir somit vorgenommen, wieder 1.e4 zu ziehen, auch wenn Sizilianisch droht. Manfred war nun der erste Test hierfür. Ich achtete genau darauf, die Initiative auf meiner Seite zu halten. Was mir auch recht ordentlich gelang, insbesondere nach dem Damentausch standen meine Figuren deutlich aktiver als Manfreds. Dann ein Fehler von Manfred, sicher auch dadurch motiviert, dass ich sozusagen am Drücker war und schon konnte ich gewinnen. Um 21 Uhr führten wir mit 2:0.

Am dritten Brett hatte sich zwischen Sebastian Kurch und Jürgen Kohlstädt, die zu erwartende Partie abgespielt. Jürgen spielte wie immer sehr, sehr schnell und Sebastian, darauf vorbereitet, viel nicht darauf herein, dies auch zu tun. Er ließ sich normal viel Zeit, die Stellung wurde sehr verschachtelt, geblieben waren nur 6 Bauern, ein Läufer und ein Springer auf jeder Seite, Jürgen bot Remis an und Sebastian lehnte ab, er sah die aktivere Figurenstellung auf seiner Seite. Sebastian behielt Recht und gewann Bauern und schließlich die Partie. Jürgen haderte mit sich selbst, war er doch nach wie vor davon überzeugt, dass diese Partie eigentlich tot remis war. Wir führten 3:0.

Kurze Zeit später meldete Christian Tegethoff, heute mit Weiß am fünften Brett gegen Hartmut Hillmer, den nächsten Punkt. Christian hatte seine Figuren und Bauern immer nach Vorne bewegt, dabei aber aufgepasst, dass er nichts einstellen würde und genau das war nun seinem Gegner passiert, der angegriffene Springer konnte nirgendwohin ziehen und sich auch nicht anderweitig retten. Hartmut gab auf, wir führten 4:0. Und es war erst 22 Uhr.

4:0, das sollte ja wohl reichen, zumal wir an den Bretter 2,6 und 7 eigentlich (deutlich) besser standen. Doch es wurde spannend.

10 Minuten später der erste Punkt für Fischbek. Am zweiten Brett hatte Christian Wolf mit Schwarz gegen Dieter Wasserberg das Nachsehen. Christian hatte Druck am Königsflügel aufgebaut, während Dieter eigentlich nur von der c-Linie profitierte, auf der er seine Schwerfiguren antreten ließ. Beim Übergang ins Turm bzw. Bauernendspiel hatte Christian nicht ordentlich gerechnet. Der Punkt war weg, hier hat die Analyse gezeigt, dass mehr drin war.
Naja, 4:1 für uns, alles gut. Da erinnerte sich Sebastian als BVB Fan an ein Fußballspiel, in dem Dortmund bereits 4:0 gegen Schalke geführt hatte um am Ende mit einem 4:4 zufrieden sein zu müssen, drohte uns das auch?

Ein Blick auf die Bretter, ließ dies möglich erscheinen, aber Tim meldete uns, wir könnten ganz beruhigt sein, er würde sicher Remis spielen und damit der Wettkampf dann für uns gewonnen sein. Und kurze Zeit später war es dann auch soweit. Bernd Grube am achten Brett gegen unseren Tim Borgstädt willigte in das Remis ein und wir hatten gewonnen. Tim berichtete später im Donnerwetter, dass er sich genau auf Bernd, der ja lange im HSK war, vorbereitet hatte, genau wusste, welche Eröffnung erscheinen würde und sich jederzeit wohl fühlte. Deshalb ist Tim unser Held in diesem Wettkampf.

Am sechsten Brett verlor nun Peter Grotrian mit Schwarz gegen Hartmut Döring. Peter hatte eigentlich die ganze Partie über besser gestanden und sich dann aber für einen Bauerngewinn entschieden, der ihn die Partie kostete. Am Ende gelang es seinem Gegner doch mit drei weißen Damen auf dem Brett, Peter matt zu setzen.

Spannend war auch die Partie an Brett sieben, wo mit Weiß Frank Neldner frühzeitig eine Qualität gegen Mohammad Dawran gewann. Dann versäumte Frank es aber, weiter locker gegen den König zu spielen, sodass Mohammad die Überhand gewann und die Qualität zurück bekam. Am Ende stand ein spannendes Endspiel, König und Läufer und zwei Bauern (Frank) gegen König und Springer und drei Bauern (Mohammad). Laufend änderten die Kiebitze ihre Meinung “Frank gewinnt sicher”, “Oh nein, was hat er jetzt getan, der Punkt ist weg”, “Glück gehabt, Frank gewinnt doch noch” am Ende entstand ein König gegen König und Bauer Endspiel, dank der Opposition für Frank, der nur noch seinen König hatte, Remis.

Wir hatten 5:3 gewonnen. Beim verdienten Bierchen im Donnerwetter wurde bereits weiter geträumt vom Aufstieg. Nächstes Mal kommt es zum Bruderwettkampf gegen HSK 20, den wir diesmal auch gewinnen möchten. Mal sehen ob es klappt.

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