Hamburger Schachklub von 1830 e.V.

Königlich in Fantasie und Logik

Offener Spielbetrieb, auch für Gäste: Wir bieten freitags von 18:30 – 22:00 Uhr einen offenen Spielabend an! Wir freuen uns über alle Interessierten, die uns kennenlernen möchten. Wir bitten um Anmeldung über schachklub@hsk1830.de.

Schach Open Leer: auf der Zielgeraden und Interview mit Edzard Wirtjes, Veranstalter des Opens

Guten Morgen aus Leer. Heute werden die Runden 6 und 7 des Schach Opens gespielt. Am besten lief es bislang für Julian Kramer mit 4,5 Punkten aus 5 Runden – er führt aktuell das A-Turnier an. Auch Isaac Garner (4 aus 5) auf Platz 8 ist noch sehr gut dabei. Der Dreipunkte-Bereich der HSK-Spieler wird angeführt von Malte Colpe (3,5); Arne Bracker und Bruder Frank sowie Robert Engel kommen auf 3 Punkte. Das Niveau der Partien ist hoch, auch WIM Lara Schulze kam gestern über zwei Remisen nicht hinaus.

Im B-Turnier hat Mika Dorendorf einen sehr guten Lauf. Er spielt in diesen Minuten an Brett 1 gegen Jule Johanne Cordes, und beide haben 4,5 Punkte auf ihrem Konto. Das wird spannend. Julian Braun hat versichert, seine unglückliche Niederlage vom Sonntagnachmittag verdaut zu haben und will heute seinen 3-Punkte-Stand ausbauen.

Daumen drücken für alle!

Da waren beide noch freundlich zueinander: Oliver Frackowiak traf am Sonntag auf Malte Colpe (der später gewann). Foto Peter Braun
Die Brackers nebeneinander: Arne (rechts im Vordergrund) trifft am Montag auf Olaf Steffens vom SV Werder Bremen, erster Deutscher Amateurmeister 2002. Foto Peter Braun
Edzard Wirtjes, Veranstalter des Schach Opens in Leer. Foto: Peter Braun

Nachgefragt bei Edzard Wirtjes, Veranstalter des Schach Opens in Leer

Edzard, 230 Anmeldungen plus Warteliste – warum ist das Schach Open Leer so beliebt?

EW: Das müssten wir die Spieler fragen. Wir haben positive Rückmeldungen, dass wir uns viel Mühe geben. Und das wertschätzen die Spieler. Die Lokalität, das Material – damit sind die Spieler zufrieden.

20 angemeldete Teilnehmer sind nicht erschienen – sehr zum Ärger der Warteliste. Wie kann man das verhindern?

Wir haben eigentlich ausreichend Rundmails geschrieben, damit die Leute genügend Gelegenheit haben, sich rechtzeitig abzumelden. Ich habe nochmal die Postfächer geprüft, es waren insgesamt 15. Es ist schon ein bisschen ärgerlich. Aber ich glaube, das ist bei jedem Turnier so. Es gibt kein Geheimrezept dagegen.

Beim SOL gibt es die Möglichkeit, einmal in den ersten drei Runden ein Bye zu nehmen. Das ist nur bei wenigen Turnieren so. Was sind die Gründe dafür, ein Bye anzubieten?

Es ist ein Angebot für Teilnehmer, die Schwierigkeiten haben, rechtzeitig in der ersten Runde anzureisen. Aber wir überlegen, es wieder abzuschaffen. Es ist technisch aufwändig, es bei der Auslosung zu berücksichtigen.

Dagmar Aden von Fortuna Logabirum kennen wir nicht nur von Turnieren – sie hat hier am Freitag die Spielerregistrierung übernommen. Was mich zur Frage führt: Wie viele unsichtbare Helfershelfer arbeiten an so einem Turnier mit?

Bei Aufbau waren wir zu siebt, insgesamt sind es 8 bis 10 Leute, die da mit anpacken.

Hatten die Schiedsrichter bisher viel zu tun?

An Brett 12 des B-Turniers wartete gestern ein Spieler vergeblich auf seinen Gegner, weil der in den falschen Spielsaal gegangen war – und sich dort an das freie Brett 12 setzte. Denn dort hatte zufällig ein Gegner abgesagt, und der B-Spieler setze sich an den freien Platz. Als der verirrte B-Spieler an der Ergebnisbox vorbeilief und ebenso zufällig seinen Zettel mit “Niederlage” (weil im B-Turnier nicht angetreten) sah, war das Chaos groß. Wir hatten eine etwas längere Diskussion, um die Wogen zu glätten.

Im Jahr 2019 gab es noch die Dreiteilung in ein A-, B- und C-Turnier. Warum wurde das abgeschafft? Ein “engeres” TWZ-Spektrum je Gruppe würde für besser passende Paarungen und mehr Platzierungen nach Punkten statt nach Buchholz sorgen.

Wir hatten das im Jahr 2021 wegen Corona auf zwei Gruppen begrenzt. Wir überlegen ernsthaft, das C-Turnier wieder einzuführen. Es würde helfen, die Einsteiger besser anzusprechen.

Haben die Teilnehmer Wünsche geäußert, was man am Turnier noch verbessern könnte?

Ein FM hat sich bessere Umgebungsbedingungen gewünscht für die ersten Bretter, also ein bisschen mehr Licht, bessere Zugänglichkeit – die Zuschauer tun sich schwer, da zuzuschauen. Aber im Rahmen von Corona müssen wir das Thema Zuschauer auch erstmal wieder in unsere Köpfe bekommen.

Sind elektronische Bretter geplant? Zum Beispiel an den ersten 8 oder 10 Brettern.

Im ersten Jahr – 2017 – hatten wir das gemacht. Das ist ein großer Aufwand. Uns fehlt ein technischer Helfer dafür. Ein paar elektronische Bretter wären vorhanden. Wir wünschen uns das für 2023.

Danke für das Gespräch, Edzard.

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