Hamburger Schachklub von 1830 e.V.

Königlich in Fantasie und Logik

Da müssen wir durch. Unser Klubheim bleibt weiterhin bis zum 28.03.2021 geschlossen. Es besteht ein absolutes Betretungsverbot. Ausnahmen, um z.B. wichtige Unterlagen aus dem Klub zu holen, müssen bei unserem Hygienebeauftragten Manfred Stejskal beantragt werden.

100. Auflage der Quarantäne-Bundesliga

Es ist so weit! Am heutigen Sonntag wird die 100. Auflage der Quarantäne Bundesliga (QBL) auf Lichess ausgetragen, und der HSK ist nach dem erfolgreich verteidigten Klassenerhalt wieder mit von der Partie.

Die QBL hat 17 Staffeln mit je 10 Mannschaften und wird zweimal wöchentlich am Donnerstag und Sonntag um 20 Uhr ausgetragen. Die Mitglieder einer Mannschaft treten dabei im üblichen Lichess-Tuniermodus gegen die Mitglieder aller anderen Teams in derselben Spielklasse an, mit dem Ziel durch Siege Punkte zu erwirtschaften. Es wird dabei mit verschiedenen Blitz-Bedenkzeiten rotiert (5+0; 3+2 und 3+0) und die besten bzw. schlechtesten drei Teams können am Ende einer Veranstaltung auf- bzw. absteigen.

Einer der reizvollsten Aspekte der QBL ist, dass Spieler*innen aller Spielstärken auf den Ausgang des Wettbewerbs Einfluss nehmen können und zum Erfolg ihrer Mannschaft, einen Beitrag leisten können. Ein etwas kurioses Beispiel hierfür: Als ich nach einer schulisch turbulenten Woche und etwas nachlässiger Zeitplanung, wegen einer Deadline, in eine zeitliche Bredouille geriet, die meine Teilnahme am Kampf um den Wiederaufstieg eigentlich verhinderte, sah ich mit schlechtem Gewissen die bis dahin eher dürftige Zwischenbilanz des HSK und spielte daraufhin während einer Toilettenpause drei Partien auf dem Handy, aus denen ich 4 Punkte holte. Im Nachhinein entpuppte sich dies als ein Glücksfall, da es der Mannschaft nach einer starken Aufholjagd gelang, um nur einen Punkt an der Konkurrenz vorbeizuziehen und ein neues Kapitel der Erstklassigkeit aufzuschlagen. Dabei hatte es also auch meinen zugegebenermaßen sehr bescheidenden Beitrag gebraucht, denn in der QBL ist jeder Punkt Gold wert!

Endstand der 2. QBL vom 31. Januar

Allen die es noch nicht in der QBL versucht haben und helfen möchten, eine 7. Meisterschaft zu erringen, möchte ich an dieser Stelle gerne dazu einladen, heute bei diesem Unterfangen mitzuwirken.

Auch wenn titulierte Punktemaschinen das Rückgrat einer jeden Topmannschaft sind, kommt es auch auf uns an, die wir nur 10 bis 20 Punkte pro Auflage erbeuten.
Neben der Qualität ist auch die Breite der Mannschaft ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg, ein Umstand, der dem HSK bisher sehr zugute kam, wie man unserem bisherigen Abschneiden in der ewigen Tabelle entnehmen kann.

Ewige Tabelle der QBL nach der 99. Auflage

Mit dem dritten Platz sind wir der bestplatzierte eingetragene Verein, der sich an der Liga beteiligt. Die Liga stellt nämlich einen Schnittpunkt zwischen den reinen Netzgemeinschaften und dem organisierten Vereinsschach dar, die um die Hoheit im Online-Schach spielen können. Dies bietet natürlich große Chancen, da so viele Spieler, die wie ich im Internet sozialisiert wurden, in Kontakt mit dem Vereinsschach kommen und ein beidseitiger Austausch zwischen den Welten zustande kommt.
Die Zahl der Schachbegeisterten im Netz, die dort von Schachpersönlichkeiten auf Plattformen wie YouTube lernen, ist gegenwärtig schier unermesslich. Unser hauseigener IM Georgios Souleidis, mittlerweile besser als „TheBigGreek“ bekannt ;-), hat beispielsweise mehr als 9.000 Mitglieder in seinem Lichess-Team und stellt damit unser knapp 350 Personen starkes Team in den Schatten.
Die QBL ist weit mehr als hilfreiche Werbetrommel. Sie bietet nämlich ganz neue Möglichkeiten an der Schachwelt teilzuhaben, schließlich kann so jeder Laie regelmäßig sein Glück gegen Großmeister versuchen, ohne bei einer kommerziellen Plattform ein Abonnement abschließen zu müssen. Außerdem bietet sie Vereinen wie unserem einen Rahmen, in dem wir zum ersten Mal im Internet präsent sein können und nach und nach ein Onlineangebot für Mitglieder entwickeln können, von dem ich glaube, dass es auch nach dem Virus ein Teil unseres Schachlebens werden kann.

Dies sollte aber auch um weitere Komponenten ergänzt werden, die die Knüpfung und Erhaltung von Schachfreundschaften, durch mehr kleinere, persönlichere Turniere oder gemeinsamen Trainingseinheiten möglich machen und unsere Schachentwicklung am „echten“ Brett vorantreiben.

Zu guter Letzt möchte ich mich im Namen des HSK sehr herzlich bei Jens Hirneise, dem Chefredakteur der Rochade Europa, der die QBL seit März 2020 organisiert, für seine Arbeit bedanken. Unser Dank gilt auch den vielen Freiwilligen und Spendern, die Lichess, die einzige große opensource Schachplattform, am Laufen halten.

Klaus Diekmann

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