Hamburger Schachklub von 1830 e.V.

Königlich in Fantasie und Logik

Die Corona Einschränkungen im Sport sind beendet!
Für Spieler, Gäste und Zuschauer gibt es keine Auflagen mehr!

Einen offenen Spielbetrieb auch für Gäste gibt es jeden Freitag von 18:30 – 22:00 Uhr. Wir freuen uns über alle Interessierten , die uns kennenlernen möchten. Wir bitten um Anmeldung über schachklub@hsk1830.de.

3. DSOL, 2. Runde: Drei Siege (2)

Am zweiten Spieltag der 2. Runde waren unsere drei aktiven Mannschaften erfolgreich.

Lennart Meylings HSK I hatte in der 2. Liga, Gruppe B mit dem SG Turm Leipzig I eine ebenbürtige Mannschaft zu Gast, sodass ein ausgeglichener Wettkampf zu erwarten war. – Sorgen machten wir uns jedoch am 4. Brett, wo Andrés-Mauricio Reyes-Mantilla (U18) gegen einen fast 400 DWZ höher dotierten Senior bestehen musste. Andrés aber machte seine Sache sehr gut, kam gut aus der Eröffnung, lehnte zweimal Remisangebote ab und spielte schließlich ein Endspiel mit dominantem Springer und vier Bauern gegen Läufer und vier Bauern auf Gewinn. – Inzwischen hatte es in unseren Weißpartien am 2. und 3. Brett Remisen gegeben. Thore Poske hatte einen Bauern für einigen Königsangriff gegeben, aber der Schwarze verteidigte sich stark und wickelte in ein vorteilhaftes Damenendspiel mit einem Freibauern mehr ab, doch Thore entließ den schwarzen König nicht aus dem Dauerschach. Michael Fehling hat als Weißer gegen den Sveshnikov-Sizilianer eine stets spannungsreiche Stellung auf dem Brett, in der beide Gegner viel rechnen musste. Mit dem Abtausch der letzten leichten Figur bot Michael im 34. Zug Remis an, weil für die drei schweren Figuren auf beiden Seiten jeder Angriffsversuch zu gefährlich war  – 1:1.  – Am Spitzenbrett musste sich Jacob Weihrauch gegen einen sehr aggressiv vorgetragenen Stonewall (7.g4) verteidigen und versuchte es auch mit einem Gegenspiel in der b-Linie. Dabei hatte er das Glück, dass sein Gegner zweimal ein Figurenopfer gegen die gelockerte schwarze Rochade versäumte, sodass Jacob seine Königsposition verteidigen konnte und zum entscheidenden Gegenangriff kam – 2:1. Andrés stand dank eines entfernten Freibauern in seinem Endspiel schon lange auf Gewinn, sodass wir uns schon auf den 3:1-Sieg freuen durften, den der von Lennart eingesetzte Ersatzspieler Andrés (sonst in HSK IV) mit feiner Endspieltechnik sicherte.

Kurioserweise spielte HSK II und HSK VI auswärts bei den beiden Berliner Mannschaften der SG Weissensee 49 e.V. – an unseren Brettern saßen fast nur Jugendliche, die Berliner spielten ausnahmslos mit erfahrenen Senioren. Beide Wettkämpfe waren har umkämpft, doch hatten wir jeweils das bessere Ende für uns.

Johann Sanders HSK II ging in der 3. Liga, Gruppe D gegen die SG Weissensee I nach einer tödlichen Springergabel von Jean Louis Sander und dem Mattangriff von Valentin Genov mit 2:0 in Führung, doch der Sieg war noch in weiter Ferne. – Roman Kurley war schlecht als Schwarzer schlecht aus dem Londoner System herausgekommen und stand klar auf Verlust. Dann aber fischte er mit einem Qualitätsopfer im Trüben und hielt ein Damenendspiel mit drei Bauern weniger Remis, weil er sich nach dem Damentausch auch eine neue Dame holen konnte und sein sofortiges Remisangebot angenommen wurde. – So konnten wir Felix Korth am Spitzenbrett auch dann noch gelassener zuschauen, als er seine bessere Stellung für einen wilden Königsangriff mit einem inkorrekten Figurenopfer hergab und nicht mehr verhindern konnte, dass Schwarz mit zwei Bauen mehr in ein gewonnenes Endspiel abwickeln konnte. – 2 ½ : 1 ½

Michael Schenks HSK VI spielte sein drittes Match – die 5. Runde wurde vorgezogen – zum ersten Mal mit einer reinen Jugendmannschaft U14/U12. Obwohl es gegen die SG Weissensee II der dritte Sieg in Folge wurde, begann das Match jugendlich, nämlich viel zu schnell. Leon Haertel stellte schon im 5. Zug eine Figur ein (5… Sh5? 6.Dxh5) und verlor schnell. Auch in der Partie am 2. Brett wurde in einem Affentempo gespielt: Mika Dorendorf hatte nach am Schluss nach seinem 77. Zug genau 46.04 Minuten auf seiner Uhr – er hat also nur auf seinem Inkrement gespielt. „Wo ist das Problem?“ könnte er fragen. „Ich hab‘ doch gewonnen!“ Gewiss stand es 1:1, aber zunächst hatte Mika seinen Eröffnungsvorteil verspielt, dann brauchte er mehrfach die Hilfe seines Gegners, um im Turmendspiel zunächst zu Ausgleich und dann zu Gewinnchancen zu kommen. Wieder hatte er dem Gegner mindestens zwei Gelegenheiten gegeben, sich ins Remis retten. – Am Spitzenbrett spielte Julian Braun gegen Französisch, er konnte aber keinen gefährlichen Angriff entwickeln. Trotzdem lehnte er im 23. Zug ein Remisangebot seines Gegners ab, der auch in der Folge versäumte, auf dem Damenflügel Druck zu machen. So hatte Julian die Chance, doch noch einen gefährlichen Angriff auf dem Königsflügel zu starten, der unter günstigen Bedingungen zum Damentausch führte und Julian mit den aktiveren Figuren (Turm. Springer, König) auf dem Brett ließ, sodass er ein weiteres Remisangebot im 52. Zug ablehnte und in die schwarze Stellung eindringen und entscheidende Bauern gewinnen konnte. Nach 84 Zügen war das 2:1 erkämpft, und prompt bot Theo Köhler als Weißer seinem Gegner bei noch vollem Brett nach einem starken aktiven Zug Remis an. Die Annahme machte Theo zum Matchwinner:  2 ½ : 1 ½  – in der letzten Runde war Theo für sein viel zu schnelles Spiel kritisiert worden. Jetzt verbrauchte er mehr Zeit als sein Gegner und spielte eine gute Partie, deren Ausgang immer noch offen war, als er mit seinem taktischen Remisangebot Erfolg hatte. Also, liebe Freunde, nehmt Euch ein Beispiel an Theo! Dann werdet Ihr auch weiterhin als Team erfolgreich sein.

Neueste Beiträge