Hamburger Schachklub von 1830 e.V.

Königlich in Fantasie und Logik

Wir beginnen mit der Öffnung des Klubheims am 31.7.2020. Freier Spielbetrieb unter Einschränkungen (nur) freitags von 18.00 – 22.00 Uhr. Anmeldung unter schachklub@hsk1830.de erforderlich. Genaue Bedingungen hier.

3. Runde Landesliga: Wieder keine Punkte für das Weiße Ballett

Mit kleiner Verspätung und während oben im Spielsaal schon die 4. Runde der Landesliga gegen St. Pauli II läuft, hier nun der Rückblick auf den gebrauchten Sonntag vor zwei Wochen:

Nach dem verpatzten Saisonstart ging es für die Galacticos am 24.11. zum schweren Auswärtsspiel zu St. Pauli III. Teamchef Olli Frackowiak hatte die Spieler eindringlich auf diesen schweren Wettkampf eingeschworen und so war die Berichterstatterin nach zwei Stunden auch nicht verwundert, als sie nach zwei Stunden eine sehr vielversprechende Ausgangslage an den acht Brettern bestaunen konnte. Eigentlich standen nur der Teamchef selbst am zweiten Brett mit Schwarz gegen Rüdiger Breyther und Vadim Salenko am achten Brett gegen Torsten David etwas schlechter, aber an allen anderen Brettern konnten z. T. klar bessere Stellungen bewundert werden.

Im weiteren Verlauf des Wettkampfes lief es dann erst einmal zufriedenstellend: als Erster sah Jakob Weihrauch am Spitzenbrett ein, dass sich der eindeutige optische Vorteil in seinem Spanier gegen Thomas Kahlert nicht realisieren ließ und nahm das Remisangebot seines Gegners an.

Foto: Eva Maria Zickelbein

 

Dann realisierte Bernhard Jürgens am vierten Brett gegen Julian zur Lage seinen klaren Vorteil, den er umsichtig step by step, Bauerngewinn für Bauerngewinn, weiter ausgebaut hatte – die Führung! Hochstimmung und Remmidemmi in der Whatsapp-Gruppe. Zu diesem Zeitpunkt ahnte natürlich niemand, dass es dass schon gewesen sein sollte mit Zählbarem…

Foto: Eva Maria Zickelbein

 

Hier steht Bernhard Jürgens schon wunderbar und lange dauerte es auch nicht mehr, bis er die Führung schoss. Unsere Freude mischte sich dann aber mit einigen Sorgenfalten, denn an den hinteren Brettern braute sich einiges zusammen:

Foto: Eva Maria Zickelbein

 

Helge Colpe spielte gegen eigen exzellent aufgelegten Jakob Göpfert, der kleine positionelle Ungenauigkeiten von Helge bestrafte, sich auch durch optische Unterlegenheit nicht abschrecken ließ und auf die Kraft des besseren Läufers vertraute. Wahre Dramen aus unserer Sicht spielten sich am sechsten Brett bei Kevin Weidmanns Partie gegen Bernd Wronn ab, da hier ein glatter Mehrbauer und noch dazu ein starkes Zentrum zu verzeichnen war, das Kevin jedoch nicht ausnutzen konnte. Sehr unnatürlich platzierte er dann noch seinen Turm auf a6 und die Stellung entglitt ihm. Gleiches auch bei Alexander Baberz mit Weiß gegen Carsten Kluth: eine tolle Stellung mit freiem Figurenspiel, Raumvorteil und Zentrumkontrolle. Anstatt aber die Türme mit ins Spiel zu holen und langsam weiter die Stellung zu verbessern, machte Alexander auf der Suche nach der zündenden Idee unnatürliche Figurenmanöver, die schließlich einen fürchterlichen Einsteller produzieren. Eine große Rochade an 5 bis 7, damit hatten wir nicht gerechnet. Frustriert checkten wir die übrigen Bretter und sahen lediglich bei Vadim, dass er aus dem Nichts einer schlechteren Eröffnungsstellung plötzlich Königsangriff und eine komplizierte Stellung kreiert hatte. Doch Torsten David verteidigte sich trotz knapper Zeit umsichtig und schaffte es, in eine Turmendspiel abzutauschen. Fieberhaft rechneten wir auch die Abwicklung ins Bauernendspiel und sicher bin ich mir da noch immer nicht. Es kann aber sein, dass Vadim hier sogar Gewinnchancen hatte. Er verteidigte aber lieber ein schlechteres Turmendspiel, das schließlich nicht mehr zu verteidigen war und so sammelte St. Pauli den 4,5ten Punkt ein und besiegelte die dritte Niederlage des Weißen Balletts.

Foto: Eva Maria Zickelbein

 

Gekämpft wurde zu diesem Zeitpunkt immer noch an den Brettern zwei und drei, bei Olli Frackowiak und David Meier. David marschierte tapfer und kreativ mit seinen Bauern in einer sehr geschlossenen Stellung gegen den schwarzen König, verlor aber den Faden und einen Bauern zu viel. Danach versuchte er noch auf ungleichfarbige Läufer zu setzen, aber es waren schon zu viele Bauern und auch Türme waren noch auf dem Brett. Olli Frackowiak hatte am zweiten Brett eine leicht schlechtere und im Zentrum festzementierte Bauernstruktur zu verteidigen und ich war echt beeindruckt, wie geduldig und genau Rüdiger Breyther das zum letzten vollen Punkt des Tages und damit zum 6,5 zu 1,5-Sieg gegen das Weiße Ballett eintütete.

Ein deprimierender Tag für uns, da wir nicht nur das Ergebnis verkraften mussten, sondern auch die Tatsache, dass wir aus einem sehr vielversprechenden Auftakt des Wettkampfes so rein gar nichts gemacht haben. Einen so schlechten Saisonstart verkraftet nur ein geschlossenes Team wie die Galacticos – wir geben nicht auf und greifen bereits am 8. Dezember wieder an, dann wieder in der HSK-Hölle!

Eva Maria Zickelbein

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