Hamburger Schachklub von 1830 e.V.

Königlich in Fantasie und Logik

Offener Spielbetrieb, auch für Gäste: Jeweils Dienstag & Freitag von 18:30 – 22:00 Uhr bieten wir einen offenen Spielabend an! Wir freuen uns über alle Interessierten, die uns kennenlernen möchten. Wir bitten um Anmeldung über schachklub@hsk1830.de.

Ein Feuilleton von der Bundesliga

Armin Meibauer erzählt:

Freitagabend zum Schach, aber nein, es geht nicht ins HSK Schachzentrum, sondern in die Stadtteilschule Alter Teichweg, die Eliteschule des deutschen Sports. Hier ist von heute an für drei Tage die Weltklasse in Hamburg. Es geht um Schach. Die Schule steht ganz im Zeichen des Schachs.

Ich komme um 18 Uhr, mein Freund Hartmut, mit dem ich mich verabredet habe, ist schon da. Reinhard zeigt uns die Lounge, dort gibt es Getränke und auch Salzstangen und Nüsse und viele alte und neue Bekannte. Tolle Atmosphäre, Schach ist natürlich ein Thema, aber es geht auch um fast philosophische Themen, was zeichnet Schachspieler aus, warum halten Freundschaften unter Schachspielern oft über viele Jahrzehnte und ähnliche Fragen werden freundschaftlich erörtert.

Doch nun will ich erstmal in den Turniersaal, hier ist es mucksmäuschenstill und kalt. Es steht zwischen dem HSK und Doppelbauer Kiel noch 0:0. 16 Spieler konzentrieren sich, fast alle sind Großmeister. Man spürt die Spannung in jedem einzelnen. Für den HSK am ersten Brett spielt Nihal Sarin, er läuft dauernd durch den Turniersaal. Meine Vermutung, dass er friere und sich auf diese Weise ein wenig Wärme verschaffe, bestätigt er später auf Nachfrage im TV Raum, aus dem die ganze Zeit live übertragen wird. Turnieratmosphäre habe ich jetzt genug gespürt und begebe mich zur Live Übertragung im Nebenraum.

Im TV Raum berichten Andre Schulz und Oliver Reeh live. Sie betrachten alle acht Partien und kommentieren. Jetzt verstehe ich auch ein bisschen, worüber die Spieler nachdenken. Dann sind die ersten beiden Partien beendet, zweimal Remis. Nihal und sein Gegner erscheinen im Raum und erläutern dann selbst, was sie sich gedacht haben, wann sie sich wohlfühlten,  welche Risiken sie sahen und warum Remis gerecht ist. Schließlich werde ich meine Frage hinsichtlich der Raumtemperatur los. Nihal findet es verdammt kalt, die anderen Spieler auch.

Ich gehe wieder in die Lounge und unterhalte mich prächtig. Nach ein bis zwei Stunden ist aus dem 2:2 nach vier Remispartien, ein 2:5 Rückstand geworden.

Nur Luis spielt noch. Ich gehe wieder in den Turniersal. Die Partie scheint mir klar, doch beide Spieler haben offensichtlich noch nicht genug. Schließlich entsteht das Endspiel König gegen König und Springer ohne jeden Bauern. Und das habe ich schon 1966 im Anfängerlehrgang gelernt, das ist Remis.

Ein sehr schöner Abend ist zu Ende. Vielen Dank an alle, die das organisiert und auf die Beine gestellt haben.

In der Lounge bei der Bundesliga: Hartmut Zieher, Armin Meibauer und Eva Maria Zickelbein. Foto: Miriam Colpe

 

 

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