Hamburger Schachklub von 1830 e.V.

Königlich in Fantasie und Logik

Die Corona Einschränkungen im Sport sind beendet!
Für Spieler, Gäste und Zuschauer gibt es keine Auflagen mehr!

Einen offenen Spielbetrieb auch für Gäste gibt es jeden Freitag von 18:30 – 22:00 Uhr. Wir freuen uns über alle Interessierten , die uns kennenlernen möchten. Wir bitten um Anmeldung über schachklub@hsk1830.de.

Frauenbundesliga: Knappe Niederlage gegen Bad Königshofen

Gegen den Deutschen Meister der beiden letzten Jahre lieferte sich der HSK am Freitag ein enges Match, an dessen Ende eine knappe 2,5:3,5 Niederlage zu verzeichnen war.

Andreas Albers berichtet:

Heute haben wir einfach zig Chancen vergeben, keine Partie lief wirklich gegen uns, mit Ausnahme von Monika Socko gegen ihre Angstgegnerin Iulija Osmak. Da standen wir von Beginn unter Druck.

Rout Padmini bekam gegen Jana Schneider ihre Vorbereitung aufs Brett: vor zwei Jahren gab es diese Paarung schon einmal, da stand Rout Padmini total auf Gewinn und ließ Jana Schneider ins Remis entkommen, heute war es zwischendurch auch technisch durchaus schwierig, aber irgendwann war der Widerstand gebrochen – der einzige HSK-Sieg am heutigen Tag!

Rout Padmini hier schon mit technischer Gewinnstellung (Turm und zwei Bauern gegen zwei Figuren und Majorität an beiden Flügeln). Foto: Andreas Albers

Am dritten Brett spielte Zsòka Gaàl gegen Tatjana Melamed eine wilde Partie: Sie stand zwar optisch stark unter Druck gegen, aber objektiv war auch hier alles unter Kontrolle: „Unglaublich dieses Mädchen, die rechnet wie eine Maschine und das mit 15!“ lobte die deutsche Spitzentrainerin unsere Ungarin.

Nach 27. Dd7 folgte De4+ 28. Kc1. Wenn Zsòka nun 28….Tc5! gefunden hätte, wäre es vielleicht noch möglich gewesen, die Partie zu ihren Gunsten zu entscheiden. Es folgte 28….Te8 29. f3 De5 30. d6! und Weiß hat genug Gegenspiel und später Dauernschach. Foto: Andi Albers

Am vierten Brett spielte Eline Roebers mit Weiß gegen IM Anastasia Savina:

Eline war nach guter Partieanlange am Boden zerstört, dass ihr im Endspiel eine Ressource Ihrer Gegnerin entging und plötzlich das Bauernendspiel mit Bauer mehr sogar verloren war. Hier hatten wir eigentlich mit einer Punkteteilung gerechnet, weil sich die Partie eigentlich immer in Balance befunden hatte.

Eline Roebers übersah im Endspiel einen Zwischenzug, der sie wenig später in Zugzwang bringen sollte. Foto: Andreas Albers

Das Geschehen am fünften Brett fasste Großmeister-Ehemann Gabor Papp nach einem schönen Qualitätsopfer seiner Frau Sarah auf f2 und zwischenzeitlicher Gewinnstellung so zusammen:  “Sarah had a very nice position and then she just missed the very tricky idea with pawn-sacrifice g4-g5 and Bishop to h5“ .

Nach 17. e5 wandert der Springer über g4 nach e3! Sarah erreichte in einem Stonewall so ziemlich alles, was man sich so wünschen kann, machte aber leider den Sack nicht rechtzeitig zu. Foto: Andreas Albers

Am 6. Brett wechselte Bad Königshofen Maria Schöne ein. Gegen kam sie mit Schwarz auch gut aus der Eröffnung, sah sich dann aber gezwungen, eine Qualität zu geben und stand gegen Lyubka Genova mit dem Rücken zur Wand. Im 23. Zug opferte Maria Schöne unter großem Druck eine Qualität, Allerdings verteidigte sie sich zäh, versuchte einige Tricks und Lyubka Genova fand leider keinen klaren Weg zum Sieg.

Lyubka Genova konzentriert. Schade, 33. Dxe6 hätte sie auf die Siegerstraße geführt! Foto: Andreas Albers

Nach diesen zum Teil unglücklich laufenden Partien, war wieder einmal allein Monika Socko noch am Verteidigen ihrer miserablen Stellung. Tatsächlich schaffte sie das Unglaubliche und hielt ihr Endspiel mit zeitweise drei Minusbauern noch Remis! Insgesamt war eindeutig war mehr drin in diesem Mannschaftskampf, aber zumindest am Ende waren wir mit diesem Ergebnis noch gut bedient.

Blick auf den Wettkampf in der Eröffnungsphase, am Spitzenbrett IM Iulija Osmak gegen GM Monika Socko. Foto: Andreas Albers
Und einige Stunden später: Monika Socko kämpft allein auf weiter Flur wie eine Löwin und schafft noch die Punkteteilung! Foto: Andreas Albers

Der unglücklichen Niederlage folgte ein gemeinsames Abendessen im „Mediterano“, zu dem auch unsere Neuzugänge Constanze Wulf und Judith Fuchs, die am Wochenende zum Einsatz kommen werden, kamen.
Es gab einige Diskussionen über die Olympia-Nominierungen, die heute veröffentlicht wurden: Monika Socko, Rout Padmini, Zsòka Gaàl und Eline Roebers sind für Polen, Indien, Ungarn und die Niederlande dabei und voller Vorfreude auf Indien.

Andreas Albers im Kreis seines Teams, von lins: Rout Padmini, Lyubka Genova, Monika Socko, Judith Fuchs, Sarah Papp, Gabor Papp, Valerian Giroud, Constanze Wulf, Zòska Gaàl und Eline Roebers. Foto: Andreas Albers

Und wahrscheinlich wurde es während des Essens auch ein bisschen traurig und sentimental: denn Andreas Albers hört nach 10 Jahren als Teamchef, Organisator, Berichterstatter, Küchengott, Seelentröster, Fahrer und bester Freund der Frauenbundesliga-Mannschaft auf. Was Andi in diesem 10 Jahren geleistet hat, kann hier gar nicht alles aufgezählt werden – er hat mit so viel Herz und Begeisterung diesen Job im wahrsten Sinne des Wortes ausgefüllt! So viele Freundschaften sind entstanden, Erfolge und Niederlagen wurden gemeinsam gefeiert und ausgehalten und Andi immer mittendrin! Auch mit den anderen Mannschaftsführern, Schiedsrichtern und Offiziellen pflegte Andi ein freundschaftliches Verhältnis und vertrat den HSK in vorbildlicher Weise. So einen Teamchef kann man sich nur träumen und wir sind alle sehr traurig, dass sich Andi nun neuen Projekten zuwendet, können ihn aber auch verstehen und danken ihm von Herzen für sein Engagement!

Das Team bedankte sich mit einer schönen Fotowand bei Andi – hinter den Fotos verstecken sich noch persönliche Briefe der Spielerinnen – eine tolle Idee und eine wunderschöne Erinnerung für Andi!
Foto: Andreas Albers

Link zu den Partien

Link zum Ergebnisdienst

Am Samstag steigt neben HSK gegen Weißblau Allianz Leipzig das Titelduell zwischen Baden-Baden und SK Schwäbisch Hall! die unter Gewinnzwang stehen um noch Meister werden zu können. Baden-Baden hat zwei Mannschaftspunkte Vorsprung, ein Unentschieden würde reichen, um die Tabellenspitze vor der morgigen Schlussrunde zu behaupten.

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