Hamburger Schachklub von 1830 e.V.

Königlich in Fantasie und Logik

Da müssen wir durch. Unser Klubheim bleibt weiterhin bis zum 10.01.2021 geschlossen. Es besteht ein absolutes Betretungsverbot. Ausnahmen, um z.B. wichtige Unterlagen aus dem Klub zu holen, müssen bei unserem Hygienebeauftragten Manfred Stejskal beantragt werden.

Landesliga Hamburg 1. Runde – Fehlstart vom Weißen Ballett

Die Ende September gestartete Landesligasaison wird man nicht mit der des Vorjahres vergleichen können, das war uns schon im Vorfeld klar. Die starken Oberliga-Absteiger St. Pauli II und SKJE II machen die Liga weitaus stärker, hinzu kommt noch der dritte Oberliga-Absteiger, der SK Marmstorf.

Deshalb wird es für die Galacticos viel schwerer, wieder oben mitzuspielen, und wir stellen uns auf eine viel engere Saison ein. Zum Saisonauftakt mussten wir nach Eimsbüttel zu Weiße Dame, die wir im letzten Jahr noch deutlich geschlagen haben.

Und es war alles bereitet für einen großen Fight, auf dem Papier waren wir leicht favorisiert! Schon früh zeichnete sich aber bei Oliver Frackowiak gegen Peter-Rene Mandelbaum und David Geffrey Meier gegen Lars Schiele, ab, dass diese Auftaktrunde an den hinteren Brettern entschieden werden muss. David konnte nach der Eröffnung zwar eine viel gesündere Bauernstruktur als sein Gegner aufweisen, war dafür leider ein unterentwickelt, was ihn veranlasste, der Stellungswiederholung nicht aus dem Weg zu gehen. Olli als Schwarzer war schon im 2. (!) Zug (1. c4, e6, 2. e4) “out of book” und steckte für die nächsten Züge viel Zeit rein. Nach dem Zentrumsdurchbruch d5 und vielen folgenden Abtäuschen wurde hier auch schnell ein Remis vereinbart. Das war natürlich ein gelungenes Ausrufezeichen für Weiße Dame, die uns damit an zwei Brettern, an denen die Galacticos klar favorisiert waren, neutralisieren konnten.

An den verbliebenen sechs Brettern wurde aber dann lange gekämpft: Thore Posske spielte eine wilde Eröffnung freestyle gegen Jan Ludwig und opferte einen Bauern für etwas Gegenspiel. Doch die Sache gestaltete sich etwas schwierig und auf der Suche nach dem korrekten Angriffsplan verbrauchte Thore viel Zeit. Als dann auch noch Ann-Kathrin und die Töchter Emmi und Nike kamen, bot Thore lieber kurz vor der Halbzeit Remis an – hier auch eins der beiden Bretter, an denen wir Elo-Nachteil hatten. Leider richtete sich zu diesem Zeitpunkt schon der sorgenvolle Blick der Kiebitze auf das siebte Brett und die Partie von Kevin Weidmann gegen unseren alten Klubfreund Christian Purniel Umpierre. Schon im dritten Jahr hintereinander trafen die beiden aufeinander. In den letzten beiden Jahren hatte es jeweils wilde Partien und jeweils einen unzufriedenen Kevin ob zahlreicher vergebener Chancen gegeben, aber beide Partien gingen Remis aus. An diesem Sonntag jedoch manövrierte sich Kevin aus einem Paulsen-Sizilianer in eine scharfe Angriffsstellung hinein, in der er sich leider im 17. Zug verrechnete und den falschen Plan fasste. Der Rechner sagt schon +1,5, wenn er den richtigen Zug findet. Verzweifelt versuchte er nach dem Fehlgriff 17. Lg5 noch, durch einige Opfer Königsangriff zu bekommen, aber das Wasser war schon zu trüb, bzw. standen alle schwarzen Figuren einfach zu gut und Christian hatte mit der Verteidigung keine Probleme. Vielleicht wäre 18. g6 noch okay gewesen, aber sehr, sehr kompliziert und kaum zu berechnen.

In dieser Situation hofften wir noch auf einen knappen Sieg, weil wir bei Helge Colpe gegen Sebastian Kuhle guter Dinge waren und auch Jakob Weihrauch gegen Florian Popist angenehmes Spiel hatte. Jedoch verflachte das Spiel nach einem Generalabtausch in ein Turmendspiel mit minimalem Vorteil für Jakob. Die Bauern waren jedoch alle am Königsflügel, so dass Jakob zwar noch 20 Züge alles versuchte, aber Florian verteidigte sich umsichtig und so folgte die Punkteteilung.

Bei Bernhard Jürgens, der mit Schwarz gegen Georg Lansky eine interessante Stellung spielte, waren wir uns unsicher. Aber Bernhard mag kranke Stellungen, das wissen wir natürlich. Jedoch war es irgendwann bei fast noch vollem Brett für beide Seiten ziemlich gefährlich, etwas zu unternehmen, und so einigte man sich auch hier friedlich.

Leider war inzwischen die Stellung am achten Brett von Kilian Moritz Fölsing und Vadim Salenko von einem durchaus haltbaren Endspiel in ein immer schlechter werdendes Endspiel abgeglitten, so dass wir uns jetzt sogar um das 4:4 Sorgen machen mussten. Zuvor hatte Helge Colpe in einer schwierigen Partie den ersten (und leider einzigen) vollen Punkt für die Galacticos eingefahren. Zwar spielte er lange mit einem Mehrbauern und zuerst auch mit Entwicklungsvorsprung, jedoch wurde das weiße Läuferpaar peu à peu immer stärker und Helge musste schon sehr genau spielen und auch in defensiver Lage den Zentrumsdurchbruch e5 wagen, um noch etwas aus der Stellung rauszuholen. Nur in einer Position hatte Weiß +0,3, ansonsten stand Helge immer besser, was aber von außen nicht immer so aussah.

Beim Stand von 3,5:3,5 hatten wir die Hoffnung auf ein 4:4 aber schon aufgegeben, weil inzwischen am achten Brett in ein Springerendspiel abgewickelt worden war, dessen Verwertung für Weiß nur noch eine Frage der Technik war.

Eine knappe Auftaktniederlage also, die uns die eingangs erwähnte schwere Saison gleich am Anfang vor Augen führt! In den letzten Jahren starteten wir immer mit 8:0 Punkten und mussten uns gar keine Sorgen machen, diese Saison müssen wir jetzt anfangen zu beißen und uns von Wettkampf zu Wettkampf maximal konzentrieren!

Weiter geht es am 20. Oktober in der HSK Hölle gegen den SK Marmstorf, Fans zur Unterstützung sind natürlich herzlich willkommen, denn dann sind wir noch stärker!

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