Hamburger Schachklub von 1830 e.V.

Königlich in Fantasie und Logik

Da müssen wir durch. Unser Klubheim bleibt bis auf weiteres geschlossen. Es besteht ein absolutes Betretungsverbot. Ausnahmen, um z.B. wichtige Unterlagen aus dem Klub zu holen, müssen bei unserem Hygienebeauftragten Manfred Stejskal beantragt werden.

Viertelfinale der 2. DSOL (3)

Schwarzer Freitag: Alle fünf Teams scheiden aus

In  der 12. Liga war Michael Schenks HSK 12 Gastgeber für den SC Pattonville und ging als Außenseiter ins Match und verlor nach gutem Kampf mit 1:3. Quentin Schenk verteidigte sich zunächst gut gegen das Damengambit und wollte mit Tc7 und anschließender Turmverdoppelung sogar die Initiative ergreifen, aber seiner Da5 fehlte nach mehreren Angriffen ihre Rückzugsmöglichkeit, sodass sie verlorenging. Carsten Kaven spielte sein ruhiges Italienisch zu verhalten, sodass sein Gegner die f-Linie öffnen und durch eine kleine Ablenkungskombination erst einen, dann einen zweiten Bauern gewann: Das Turmendspiel ließ er sich nicht entgehen. Beim Stand von 0:2 hätten Tristan Lohmann und Joel Korf an den Spitzenbrettern gewinnen müssen, um das Match noch nach Berliner Wertung zu gewinnen. Doch ihre Gegner boten in ausgeglichenen Stellungen mit Erfolg Remis an – zwei Siege wären auch schwer möglich, lagen jedenfalls in weiter Ferne. Tristan hatte bei ungleichen Läufern einen Bauern mehr, Joels Stellung war völlig offen, aber schwer zu spielen, sodass auch angesichts des hohen Zeitverbrauchs beide Remisen verständlich sind. Schon das Erreichen des Viertelfinales ist als Erfolg der Mannschaft zu werten!

Michael Schenks HSK 8 musste als Zweiter der A-Gruppe in der 9. Liga zum Sieger der D-Gruppe: Die Barnimer Schachfreunden 2 gingen  leicht favorisiert in ein spannendes Match. Früh zeichnete sich unsere erste Niederlage ab: Bennit Tietz hatte am 3. Brett Probleme, sich gegen das Damengambit zu verteidigen. Er provozierte, noch wenig entwickelt, nach dem späten Abtausch d5xc4 mit c6-c5 den gefährlichen Vorstoß d4-d5, der aufgrund des besseren weißen Figurenspiels entscheidendes Material kostete. Doch Charlotte Huber glich am Spitzenbrett  schnell aus, sodass alles möglich schien. Annica Garny an Brett 2 hatte zwei Figuren gegen einen Turm, stand aber unter Angriffsdruck, und John-Lauritz Osten am 4. Brett stand mit einem starken Zentrum trotz einer nach seinem Bauernstum vor der eigenen Rochade etwas luftigen Königsstellung sehr gut. Als sein Gegner im 30. Zug einen Springer opferte, um das weiße Zentrum zu sprengen, hätte John-Lauritz in der entscheidenden Phase der Partie frecher spielen müssen, um die Partie für sich zu entscheiden zu können. Er geriert jedoch in ein schlechteres Endspiel – wie dann auch Annica Garny, sodass wir das 1:3 hinnehmen und unseren Gastgebern zu einem letztlich verdienten Sieg gratulieren mussten.

Auch Julian Kruegers HSK 9 hatte sich als Zweiter der D-Gruppe für die Play-offs der 9. Liga qualifiziert und musste beim Sieger der A-Gruppe antreten: Hannover 96 hatte sich vor HSK 8 durchgesetzt – trotz einer Niederlage gegen unser Team. Ob HSK 9 dieses Kunststück wiederholen könnte? Tatsächlich lieferten unsere Jungs ein starkes Match, doch es war schwer. Julian Braun am 2. Brett spielte ebenso sicher unentschieden wie Elias Lu seine Partie am 4. Brett mit einem Dauerschach abschloss. Auch Gregor Köhler erkämpfte sich am 3. Brett in einem schlechteren Turmendspiel ein Remis an 87 Zügen. Hätte das auch unser Top-Scorer (7 aus 7) Afonso Rodrigues am Spitzenbrett gegen seinen sehr starken Gegner (DWZ 2080) geschafft, hätte ein Blitzmatch entscheiden müssen. Doch nur noch auf seinem Inkrement spielend, lief Afonso in einer schwierigen Stellung in eine Springergabel, die nicht nur seine Mehrqualität kostete, sondern seinem Gegner auch die Abwicklung in einer gewonnenes Bauernendspiel ermöglichte: 1½:2½.

Unsere beiden Teams in der 9. Liga haben sich gut geschlagen und sicher auch in den Analysen mit Hartmut Zieher (HSK 8) und Malte Colpe (HSK 9) einiges gelernt!

Olaf Ahrens‘ HSK 7 traf im Viertelfinale der 8. Liga als Zweiter der C-Gruppe auf den Sieger der B-Gruppe, den SV Schwaikheim 1, zu Hause in Baden-Württemberg. Mika Dorendorf  verlor als Weißer im Damengambit schon nach 12 Zügen eine Figur, wenige Züge später eine zweite; nach  40 Zügen das 0:1. Gewinnchancen hatte nur Zion Malchereck. Nachdem er gegen 1.d4 Sf6 2.Sf3 mit 2… Sc6 3.d5 Sb4 etwas eigentümlich eröffnet hatte, erobert er im Mittelspiel doch die Initiative und gewann einen Bauern. Zugleich musste David Goldmann am Spitzenbrett und Joris Raschke am 3. Brett um das Remis kämpfen. David fand keine gute Aufstellung gegen Sizilianisch, und Joris hatte schon in der Eröffnung einen Bauern verloren. Leider verlor David, und damit war das Match praktisch trotz Zions Sieg. Joris nahm im Endspiel das Remisangebot seines Gegners an: 1½:2½.

Johann Sanders HSK 4 verlor in der 5.  Liga gegen die Schachfreunde Spraitbach 1 aus Baden-Württemberg, den Sieger der B-Gruppe, mit 1½:2½. Der Mannschaftskapitän bereitet das letzte Analysetraining mit Julian Kramer vor, der am Freitag bei HSK 7 war – die 3. DSOL kommt bestimmt, und Johanns Team wird sicher wieder dabei sein. Und so schreibt Johann an seine Mannschaft:

Liebe Leute,
spannender, enger Kampf – aber die Gastgeber aus Spraitbach waren dann doch überlegen. 1,5:2,5 – ist, glaube ich, schade, aber sehr gerecht.
Stark, wie Du, Arthur, Deinen Gegner – wohl – zermürbt hast, so daß er sich trotz des materiellen Vorteils auf ein Remis eingelassen hat. Vorher mußtest Du wie ein Weltmeister kämpfen – bei dem deutlichen Nachteil, den Du aus der Eröffnung mitgebracht hast. Beschleunigter Drachen mit d5! Eigentlich ein Traum für Schwarz. Willst Du Dir das noch mal anschauen?
Valentin, Deine Partie war positionell sauber gespielt, das richtige Maß an Geduld, dann überraschend und blitzschnell zugeschlagen – sehr überzeugend. Die würde ich mir gern noch einmal sehr genau anschauen. Sehr wichtig die Führung durch Dich, auch wenn wir sie nicht halten konnten.
Heiko, intensiv und kreativ gekämpft, aber, so schien es mir, zweimal falsch abgebogen: Zu früh d5 gespielt und später mit Turmtausch auf d3 hättest Du wohl größere Aussicht auf ein Unentschieden gehabt. Immerhin die Nerven behalten und zäh versucht, den Ausgang zu kippen.
Florian, schwerster Gegner und dann noch gegen die Technik anspielen müssen – dafür hast Du Dich sehr gut gehalten, immer mit einem Fuß am Abgrund. Beschleunigter Drachen – da mußt auch Du noch mal reinschauen. Sg4 in der Stellung ist der Standardausfall schlechthin. Klar, daß der andere mit einem Riesenzeitvorsprung aus der Eröffnung kam. Tiefes Positionsverständnis beiderseits: Schwarz hat nicht kurz rochiert, um nicht in die Öffnung der h-Linie reinzulaufen; Verteidigung mit f6 und g6 und Kf7 – beeindruckend, der kannte das ganz genau. Sehr schwierige Position für Dich – das Schlagen auf f6 erlaubt Schwarz, die Dame zur Verteidigung hinzuzuziehen, die dann auch gleich bereit ist zum Gegenangriff. Das Damenendspiel mußte verloren gewesen sein, von Anfang an, wegen der Bauernstruktur und wegen des abgedrängten weißen Königs.
War schachlich eine Freude, Euch zuzusehen. Technisch die Verbindungsabbrüche bei Heiko und Florian – das müssen wir noch besser hinbekommen. Woran lag es? Ich persönlich kenne das Verhalten schon bei leicht schwächlicher WiFi-Netzanbindung. Heiko und Florian, mit welchen Arbeitsmitteln habt Ihr gespielt? Idealerweise habt Ihr ein Notebook oder einen Standrechner mit einer Kabelverbindung ans Modem. Wie war das bei Euch?
Euer Johann

 

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